Anschlag in Manchester
Terror gegen Kinder und Teenies: Selbstmord-Attentäter reisst 22 Menschen in den Tod

Ein Terroranschlag auf ein Popkonzert in Manchester mit vielen jugendlichen Fans hat Grossbritannien schwer erschüttert. Ein mutmasslich islamistischer Selbstmordattentäter zündete im Eingang der Konzerthalle eine Bombe und riss mindestens 22 Menschen mit in den Tod.

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Selbstmord-Anschlag in Manchester (22.05.2017)
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Der Attentäter riss mindestens 22 Menschen in den Tod. Die achtjährige Saffie Rose Roussos ist ein Todesopfer.
Den Rettungskräften zufolge waren unter den Verletzten zwölf Kinder und Jugendliche unter 16. Die Polizei betreut Konzertbesucher. Die Konzerthalle in Manchester bietet bis zu 21'000 Besuchern Platz.
Zum Anschlag kam es am Ende des Konzerts von US-Sängerin Ariana Grande (23). Sie zeigte sich auf Twitter tief bestürzt. (Archivbild)
Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) behauptet, für die Tat verantwortlich zu sein. Die IS-Propagandaagentur Amak erklärte am Dienstag im Internet, ein "Soldat" der Terrormiliz habe eine Bombe platzieren können.
Die Britische Premierministerin Theresa May hat den Vorfall früh als "Terrorattacke" bezeichnet. Im Bild: Theresa May mit Manchester-Polizeichef Ian Hopkins am Tag nach dem Anschlag in Manchester.
Der Täter hatte am späten Montagabend am Ende eines Popkonzerts von Teenie-Star Ariana Grande eine selbstgebaute Bombe gezündet. Im Bild: Polizisten patrouillieren am Tag nach dem Anschlag in Manchester.
Am Tag nach der Tat – Polizeikräfte sorgen für Sicherheit in Manchester.
Ein Spezialist des Bombenentschärfungskommandos beim Arndale-Einkaufszentrum. Das Kaufhaus wurde am Dienstag evakuiert, die Polizei teilte aber nicht mit, ob ein Zusammenhang zum Anschlag besteht.
Der Schock sitzt tief nach dem Terrorangriff.
Die britische Polizei hat am Dienstag die Gegend rund um die Manchester Arena abgesperrt.
Mit Spürhunden suchen die Sicherheitskräfte nach Spuren.
Polizeichef Ian Hopkins bestätigt, dass der Attentäter unter den Toten ist.
Forensiker an der Arbeit.
Zahlreiche Ambulanzen fuhren am Montagabend vor der Manchester Arena vor.
Die Polizei sicherte die Gegend um den Tatort ab.
Bilder vom Tatort.

Selbstmord-Anschlag in Manchester (22.05.2017)

AP

Bei dem Anschlag am späten Montagabend gab es zudem 59 Verletzte, einige waren am Dienstag noch in Lebensgefahr. Den Rettungskräften zufolge waren unter den Verletzten zwölf Kinder und Jugendliche unter 16. Eine Achtjährige starb.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) behauptet, für die Tat verantwortlich zu sein. Die IS-Propagandaagentur Amak erklärte am Dienstag im Internet, ein "Soldat" der Terrormiliz habe eine Bombe platzieren können. Anhänger des IS feierten die Tat in sozialen Netzwerken.

Der Täter hatte am späten Montagabend am Ende eines Popkonzerts von Teenie-Star Ariana Grande eine selbstgebaute Bombe gezündet. "Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Bevölkerung Manchesters und dieses Landes Opfer eines eiskalten terroristischen Angriffs geworden ist", sagte die britische Regierungschefin Theresa May am Dienstag.

"Abstossend und abscheulich"

Die Tat sei besonders "abstossend und abscheulich", da wehrlose Kinder und Jugendliche das Ziel waren. "Er hat Zeit und Ort absichtlich so gewählt, um das grösstmögliche Blutbad anzurichten", sagte May nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts in London. Die Regierungschefin traf am Nachmittag mit Innenministerin Amber Rudd in Manchester ein.

Die Polizei geht bei dem Angriff von einem Einzeltäter aus. "Am wichtigsten ist es, jetzt herauszufinden, ob er alleine handelte oder als Teil eines Netzwerks", sagte Ermittler Ian Hopkins in Manchester. May sagte, die Polizei kenne wahrscheinlich die Identität des Täters, wolle aber noch keine Details nennen.

Verhaftung und Explosion

Am Mittag wurde im Süden Manchesters ein 23 Jahre alter Mann festgenommen. Welche Verbindung er zu dem Attentäter hat, blieb unklar. Später gab es weitere Polizeieinsätze in den Stadtteilen Whalley Range und Fallowfiel. Bei einem der Einsätze habe es auch eine "kontrollierte Explosion" gegeben, teilte die Polizei ohne weitere Einzelheiten

Der Wahlkampf vor den Parlamentswahlen am 8. Juni ist unterbrochen. Es ist dies der schwerste Terroranschlag in Grossbritannien seit 2005. Damals zündeten vier Muslime mit britischem Pass in der U-Bahn und einem Bus Sprengsätze. 56 Menschen starben, etwa 700 wurden verletzt.

Dramatische Szenen

Die Explosion hatte sich am späten Montagabend im Foyer der Manchester Arena ereignet, einer Konzerthalle, die bis zu 21'000 Besuchern Platz bietet. Zeugen berichteten von einem Knall im Eingangsbereich zwischen Halle und Victoria-Bahnhof nach dem letzten Lied Grandes gegen 22.30 Uhr Ortszeit (23.30 Uhr MESZ).

Laut Augenzeugen spielten sich dramatische Szenen ab. Konzertbesucher flüchteten in Panik, Opfer lagen blutüberströmt am Boden. "Ich sah ein kleines Mädchen (...) sie hatte keine Beine mehr", sagte ein Zeuge dem Sender Sky News. Metallteile und Splitter lagen den Berichten zufolge am Boden. Auch Stunden nach dem Anschlag suchten Angehörige noch nach vermissten Konzertbesuchern.

Popstar Grande war angesichts der Ereignisse "am Boden zerstört". "Aus tiefstem Herzen: Es tut mir so leid. Mir fehlen die Worte", schrieb die 23-Jährige auf Twitter. In Manchester boten Anwohner den Betroffenen Unterschlupf an; bei Twitter gab es dafür den Hashtag #roominmanchester. Im Etihad-Stadion, dem Heimstadion von Manchester City, wurde ein Notfallzentrum eingerichtet. Die Polizei bat Hilfesuchende, sich dorthin zu begeben.

Sicherheitsvorkehrungen verstärkt

Der unmittelbar neben der Halle liegende Bahnhof Manchester Victoria war gesperrt, Hunderte Polizisten waren im Einsatz. Bewohner wurden aufgefordert, das Stadtzentrum weiterhin zu meiden. Auch in der Hauptstadt London wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.

Queen Elizabeth II. erklärte, die ganze Nation stehe unter Schock. Der Anschlag löste weltweit Betroffenheit aus.