Griechenland
Tausende Flüchtlinge kehren aus Griechenland in ihre Heimat zurück

Tausende Flüchtlinge sind mit internationaler Hilfe aus Griechenland zurück in ihre Heimat gereist. Seit Jahresbeginn haben sich im Rahmen eines Programmes der Internationalen Organisation für Migration (IOM) 3245 Flüchtlinge für Rückführungen gemeldet.

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Immer mehr Flüchtlinge verlassen Griechenland und reisen mit internationaler Hilfe in ihre Heimat zurück. (Archivbild)

Immer mehr Flüchtlinge verlassen Griechenland und reisen mit internationaler Hilfe in ihre Heimat zurück. (Archivbild)

KEYSTONE/AP/THANASSIS STAVRAKIS

"Es handelt sich um Migranten, die kein Asyl in Griechenland bekommen", sagte am Freitag Christina Nikolaou, Sprecherin des IOM-Büros in Athen. Mehrheitlich seien sie bereits in ihre Herkunftsländer Marokko, Pakistan, Afghanistan, Bangladesh und anderen Staaten Asiens und Nordafrikas zurückgekehrt, hiess es.

Die IOM bietet den Flüchtlingen eine sichere Rückkehr unter dem Schutz der Sicherheitsbehörden. Zudem erhalten die Rückkehrer eine kleine Finanzhilfe. Kurz bevor sie zur Rückreise ins Flugzeug steigen, bekommen sie 500 Euro als eine Art erste Hilfe für den Neuanfang in der Heimat.

Die Menschen versuchen sich sprichwörtlich über Wasser zu halten.
9 Bilder
Flüchtlingslager Idomeni
Das Wasser sammelt sich in Pfützen.
Die Zustände im Lager mit rund 13000 Menschen sind unhaltbar.
Man versucht sich am Feuer einigermassen warm zu halten.
Auch viele Alte und Kranke sind im Lager.
Helfer sammeln Müll ein.
Essensausgabe.
Anstehen für ein wenig Essen.

Die Menschen versuchen sich sprichwörtlich über Wasser zu halten.

Keystone

Einige Dutzend Flüchtlinge haben in den vergangenen Wochen versucht, aus Griechenland auf eigene Faust wieder in die Türkei zu kommen. "Offenbar haben Schlepper ihnen versprochen, sie über einen der Schwarzmeer-Staaten nach Mitteleuropa weiter zu befördern", sagte ein Offizier der Küstenwache gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

15'000 Flüchtlinge in Griechenland erfasst

Jene Flüchtlinge, die in Griechenland blockiert bleiben, werden von Vertretern Griechenlands und des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) erfasst. In den vergangenen drei Wochen sei dies mit mehr als 15'000 Asylsuchende auf dem Festland gemacht worden, teilte das UNHCR am Freitag in Genf mit.

Griechenland hatte im Juni angekündigt, bis August die dort festsitzenden rund 49'000 Flüchtlinge zu erfassen. Das UNHCR unterstützt das Vorhaben zusammen mit der EU. Die rund 8000 Flüchtlinge auf den griechischen Inseln sind davon nicht betroffen.

Alle nun erfassten Flüchtlinge kamen vor dem im April in Kraft getretenen Abkommen zwischen der EU und der Türkei in Griechenland an. Sie erhalten jetzt eine Asylbewerberkarte, die ein Jahr gültig ist. Damit haben sie Zugang zu diversen Dienstleistungen bis ihr Gesuch bearbeitet wird.

Das Erfassen der asylsuchenden Personen soll laut UNHCR auch das Zusammenführen von Familien und den Wechsel in ein anderes EU-Land erlauben. Allerdings gibt es bisher nur 8000 der 160'000 geplanten Plätze. Bisher seien 2800 auf verschiedene EU-Länder verteilt worden, 1900 davon kamen aus Griechenland angereist. UNHCR-Sprecher William Spindler appellierte an die Politik, den Prozess zu beschleunigen und auszuweiten.

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