Deutschland
Steinmeier gedenkt mit Kranzniederlegung RAF-Opfer Schleyer

Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Dienstag in Köln der Entführung und Ermordung des damaligen Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer durch die terroristische Rote Armee Fraktion (RAF) vor 40 Jahren gedacht. Er legte am Gedenkkreuz in Köln-Braunsfeld einen Kranz nieder.

Drucken
Teilen
40 Jahre nach dem Mord: Der deutsche Präsident Frank-Walter Steinmeier legt zum Gedenken einen Kranz für Hanns Martin Schleyer nieder.

40 Jahre nach dem Mord: Der deutsche Präsident Frank-Walter Steinmeier legt zum Gedenken einen Kranz für Hanns Martin Schleyer nieder.

SASCHA STEINBACH

Dort war Schleyer am 5. September 1977 entführt sowie sein Fahrer und drei Polizisten erschossen worden. Schleyers Entführung durch vier RAF-Terroristen war der Auftakt einer Zeit, die später als "Deutscher Herbst" in die Geschichte einging. Sie markierte den Höhepunkt der Konfrontation zwischen RAF und westdeutschem Staat.

Die Entführung von Hanns Martin Schleyer
5 Bilder
Ein Kommando der Roten-Armee-Fraktion (RAF) griff die Limousine des Präsidenten des Arbeitgeberverbandes Schleyer mit Maschinenpistolen und Gewehren an.
Die Terroristen entführten Schleyer, nachdem sie zuvor seinen Fahrer und seine Leibwaechter getötet hatten.
Mit der Entführung sollten inhaftierte RAF-Mitglieder freigepresst werden. Das lehnte die deutsche Bundesregierung ab. Schleyer wurde 19. Oktober ermordet.
Diese Aufnahme zeigt Hanns Martin Schleyer im Jahr 1977 - vor der Entführung notabene.

Die Entführung von Hanns Martin Schleyer

Getty Images

Es folgten die Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut" in Somalias Hauptstadt Mogadischu und die Suizide von drei führenden RAF-Terroristen, bevor Schleyers Leiche am 19. Oktober 1977 im französischen Mülhausen gefunden wurde.

Der scheidende Grünen-Bundestagsabgeordnete und ehemalige RAF-Anwalt Hans-Christian Ströbele sieht Parallelen zwischen den staatlichen Reaktionen auf die RAF und den islamistischen Terrorismus. "Damals wurden viele Gesetze gemacht, obwohl der Nutzen für die Fahndung und die Gefahrenabwehr gleich null ist", sagte Ströbele der "Berliner Zeitung" vom Dienstag.

Das sei heute "genauso, mit den Gesetzen soll nur der Bevölkerung signalisiert werden - wir tun was." Nach seiner Einschätzung sei das "eher noch schlimmer geworden", fügte Ströbele hinzu. So werde etwa mit der Fussfessel Sicherheit vorgegaukelt. Die Eskalation des Deutschen Herbsts vor 40 Jahren hätte sich nach Ströbeles Auffassung verhindern lassen, etwa durch Verhandlungen.

Aktuelle Nachrichten