Spanien
Mallorca plant Rettung der Sommersaison – mit Gratis-Corona-Versicherung für alle Touristen

Die Ferieninsel rüstet sich für den Sommer - und lockt Besucher jetzt mit einem Rundum-Sorglos-Paket im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus.

Ralph Schulze aus Madrid
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Ein Sommer unter Palmen - dank Corona-Versicherung soll das auf Mallorca auch dieses Jahr möglich sein.

Ein Sommer unter Palmen - dank Corona-Versicherung soll das auf Mallorca auch dieses Jahr möglich sein.

John-Patrick Morarescu / www.imago-images.de

In diesem Sommer geht es für Mallorca, Europas meistbesuchter Ferieninsel, ums Überleben. Im vergangenen Coronajahr brach die Zahl der ausländischen Gäste um nahezu 90 Prozent ein. Viele Hotels und Restaurants stehen vor dem Aus, wenn die Insel es in diesem Jahr nicht schaffen sollte, wieder den Tourismusmotor zu starten.

Einen zweiten Katastrophensommer kann sich Mallorca nicht leisten. «Ohne Urlauber stirbt die Insel», sagen die Mallorquiner, die ihren Wohlstand vor allem dem Tourismus verdanken.

Mallorca will deswegen nun die Besucher mit einer grossen Sicherheitsgarantie zurücklocken: Kernpunkt dieser Garantie ist eine kostenlose Corona-Versicherung für alle Touristen. Diese Covid-19-Police soll Extrakosten abdecken, die Feriengästen im Falle einer Infektion und eines Quarantäneaufenthaltes auf der Insel entstehen. Diese Garantie soll nicht nur für Mallorca-Besucher gelten, sondern auch für Feriengäste auf den kleineren balearischen Nachbarinseln Ibiza, Menorca und Formentera.

«Die Balearische Regierung stellt für alle Urlauber, die diesen Sommer auf die Inseln kommen, eine Versicherung bereit, welche für die Rückführung oder Rückkehr zum heimatlichen Wohnort aufkommt»“, heisst es in einer Mitteilung, welche die regionale Ministerpräsidentin Francina Armengol veröffentlichte. Diese Coronapolice decke auch «Zahlungen für die Aufenthaltsverlängerungen, die durch eine Covid-19-Erkrankung verursacht wurden».

Kosten für Flugticket und Quarantänehotel sollen übernommen werden

Das Kleingedruckte dieser Pauschalversicherung wurde zwar bisher noch nicht veröffentlicht: Doch nach den bisher bekannt gewordenen Informationen sind mit dieser Police zum Beispiel Kosten abgedeckt, die für ein neues Flugticket fällig werden, weil der eigentlich gebuchte Heimatflug wegen einer Infektion nicht angetreten werden konnte.

Auch ist offenbar eine eventuell notwendige Unterbringung in einem der medizinisch ausgestatteten Quarantänehotels auf Mallorca oder den Nachbarinseln inbegriffen.

Dass die Corona-Gefahr auch auf Mallorca noch nicht vorüber ist, spiegelt sich in der Tatsache, dass sich derzeit zwölf ausländische Touristen im Quarantänehotel «Palma Bay» in der Inselhauptstadt Palma befinden. Über Ostern waren dort sogar 30 Touristen untergebracht.

Zaghafter Start in die Saison

Im März, mit dem Ende des Lockdowns für Handel und Gastronomie, war auf Mallorca wieder der internationale Tourismus angelaufen. Allerdings nur sehr zaghaft: 62'000 internationale Gäste kamen in diesem ersten Frühlingsmonat auf die Insel.

Die Hoffnung ist, dass es nun jeden Monat mehr werden. Zwar rechnet die Branche auch in 2021 noch nicht mit einem normalen Urlaubsjahr wie etwa 2019, in dem insgesamt zehn Millionen internationale Feriengäste kamen. Doch wenn nun wenigstens 50 Prozent dieser Gästezahl erreicht werde, sei man schon zufrieden, hiess es.

«Wir sind eine der sichersten Regionen Europas», sagt Tourismusminister Iago Negueruela, der gerade zusammen mit der balearischen Ministerpräsidentin Armengol in Deutschland auf Werbetour ist und dort das neue Sicherheitskonzept Mallorcas vorstellte. In der Tat kann sich die Coronabilanz Mallorcas sehen lassen.

Die 7-Tage-Inzidenz lag nach Angaben der örtlichen Behörden zuletzt bei 23 Fällen pro 100'000 Einwohner. Dies ist sehr viel weniger als in der Schweiz, Deutschland, Österreich, oder Luxemburg.

Ausgangsbeschränkung bleibt in Kraft

Trotzdem hält die Insel an strengen Regeln fest, um die Lage unter Kontrolle zu halten und um den bisherigen Erfolg nicht zu gefährden. So gilt weiterhin eine nächtliche Ausgangsbeschränkung von 23-6 Uhr. Die Gastronomie darf bisher nur die Aussenterrassen bewirtschaften, auf denen aber maximal vier Personen am Tisch sitzen dürfen und auch nicht geraucht werden darf. Die Strände sind ebenfalls ab 21 geschlossen, um abendliche Trinkgelage zu unterbinden.

Und es bleibt bei Pflicht für alle ausländischen Einreisenden, einen negativen PCR-Test vorzuweisen. Diese Pflicht dürfte noch etwas länger gelten und möglicherweise erst enden, wenn der europäische Impfpass in Kraft ist. Dieser wird dann wenigstens die Urlaubsreise für jene erleichtern, die dann als «3-G-Personen» gelten: Geimpfte, Genesene und frisch Getestete.