Indien
Schwarzer Tag für Indien: Zugunglück und hunderte Millionen ohne Strom

Es ist ein schwarzer Tag für Indien. Im Süden fordert ein Brand in einem fahrenden Zug mindestens 30 Menschenleben. Gleichzeitig waren im Norden des riesigen Landes hunderte Millionen Menschen ohne Strom.

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Bei einem Zugunglück im Süden Indiens kamen mindestens 30 Menschen ums Leben
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Schwarzer Tag für Indien: Zugunglück und Millionen ohne Strom
Helfer bergen einen verletzten Passagier
Im Norden Indiens sind hunderte Millionen ohne Strom
Hier fahren gar keine Züge mehr
Pendler ruhen sich im Abteil eines stillgelegten Zuges aus

Bei einem Zugunglück im Süden Indiens kamen mindestens 30 Menschen ums Leben

Keystone

Bei einem Feuer in einem Reisezug sind am frühen Montagmorgen im Süden Indiens mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. 26 weitere Passagiere seien verletzt worden, sagte ein Behördenvertreter im Bundesstaat Andhra Pradesh.

Die Rettungskräfte könnten derzeit noch nicht in das Innere der Waggons, um die Opfer zu bergen. Ein Bahnsprecher sprach gar von 47 Toten. Zudem seien 28 Passagiere mit Verbrennungen in Spitäler gebracht worden.

Einer der Waggons habe Feuer gefangen, kurz nachdem der Zug den Bahnhof von Nellore, rund 500 Kilometer südlich von Hyderabad, verlassen habe. Zum Zeitpunkt des Unglücks gegen 4.30 Uhr Ortszeit hätten die meisten Reisenden geschlafen.

Der brennende Waggon sei von einem Aufsichtsbeamten eines Bahnhofs bemerkt worden, der Zug sei daraufhin gestoppt worden. Der Waggon sei dann abgekoppelt worden, um ein Übergreifen auf den Rest des Zuges zu verhindern. Ursache des Feuers könne ein Kurzschluss gewesen sein.

Hunderte Millionen ohne Strom

Aus zunächst ungeklärter Ursache sind am frühen Montag hunderte Millionen Menschen im Norden Indiens von der Stromversorgung abgeschnitten worden. Das gesamte Netz der Region, in der etwa 28 Prozent der rund 1,2 Milliarden Inder leben, sei ausgefallen, teilte der zuständige Energieversorger mit.

Damit mussten mehr als 300 Millionen Inder ohne Elektrizität auskommen. Insgesamt waren neun Bundesstaaten betroffen. Als Notmassnahme seien Stromnetze im Westen und Osten Indiens angezapft worden.

In der Hauptstadt Neu Delhi stand die U-Bahn wegen des Stromausfalls zeitweise vollständig still. Später wurde der Betrieb zu etwa einem Viertel des üblichen Umfangs wieder aufgenommen. Auch der Zugverkehr kam in der Region grösstenteils zum Erliegen. In mehreren Städten fielen die Ampelanlagen aus, was zu starken Behinderungen des morgendlichen Berufsverkehrs führte.

Nach Angaben der Regierung lag die Ursache des Stromausfalls in der Stadt Agra, die für das Mausoleum Taj Mahal bekannt ist. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Zur Mittagszeit hatten die meisten Gebiete von Neu Delhi und des Staates Uttar Pradesh wieder Strom.

Energiemangel und marode Strassen und Eisenbahnstrecken behindern die Industrialisierung Indiens. Zu Spitzenzeiten übersteigt die Stromnachfrage das Angebot deutlich. (sda/cze)

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