Greenpeace-Protest
Russland betont Anspruch auf rohstoffreiche Arktis

Das von den russischen Behörden geenterte Greenpeace-Schiff liegt bei Murmansk vor Anker. Noch hat die Umweltorganisation keinen Kontakt zur Crew, zu der auch ein Schweizer gehört.

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Die «Arctic Sunrise» neben einem russischen Küstenwache-Boot

Die «Arctic Sunrise» neben einem russischen Küstenwache-Boot

zvg/Greenpeace

Das ist sicherlich ein Signal von Russland an die anderen Anrainer", sagte Volker Rachold von der Nichtregierungsorganisation International Arctic Science Committee am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.

Forscher und Politiker diskutieren beim zweitägigen Forum "Arktis - Territorium des Dialogs" in der Stadt Salechard vor allem über Umweltsicherheit in der ökologisch empfindsamen Arktis. "Im Vordergrund stehen vor allem wirtschaftliche Interessen", betonte Rachold. Am Mittwoch wird Kremlchef Wladimir Putin beim Treffen in der nordwestsibirischen Stadt erwartet.

Sensibles Ökosystem

Eine Ölpest wie 2010 im Golf von Mexiko hätte schlimme Folgen für das Ökosystem der Arktis, warnte Rachold. "Das Öl könnte wegen der kalten Temperaturen nicht so schnell abgebaut werden."

Greenpeace-Aktivisten hatten vergangene Woche gegen die Ölförderung des russischen Staatskonzerns Gazprom bei einer sich im Bau befindenden Ölplattform demonstriert. Russische Sicherheitsbehörden beendeten die Protestaktion gewaltsam, setzten die Umweltaktivisten auf ihrem Schiff „Arctic Sunrise" fest und brachten es nach Murmansk, wo es heute vor Anker ging.

Kein Kontakt zum festgesetzten Schweizer

Wie Greenpeace mitteilt, warte die „Arctic Sunrise" darauf im Hafen einlaufen zu können. Ein Greenpeace-Team sei vor Ort und hoffe, mit der Crew sowie den Aktivisten - darunter ein Schweizer - in Kontakt treten zu können. Juristische Unterstützung sei organisiert. „Zum Schweizer Aktivisten Marco Weber haben wir im Moment keinen Kontakt", meldete Greenpeace Schweiz.

Öl, Diamanten und Kohle

In der Arktis lagert schätzungsweise rund ein Viertel der weltweiten Öl- und Gasvorräte sowie Diamanten und Kohle. Moskau argumentiert, der Meeresboden sei eine natürliche Verlängerung des russischen Festlands und folgert daraus, zum Abbau der Rohstoffe berechtigt zu sein.

Russische Staatsunternehmen investieren zusammen mit internationalen Grosskonzernen bereits Milliarden Euro in die Erkundung der Region. (dfu/sda)

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