US-Geheimdienstaffäre
Putin bietet Snowden Asyl in Russland an - unter gewissen Bedingungen

Der flüchtige US-Informanten Edward Snowden bekommt Asyl in Russland angeboten. Bedingung sei allerdings, dass Snowden aufhöre, den USA mit seinen Enthüllungen Schaden zuzufügen, sagte Putin.

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Wie die Zeit vergeht: Putin von 2000 bis 2012
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Wladimir Putin 2008, mit seinem damaligen Ministerpräsidenten und designierten Nachfolger, Dmitry Medvedev .
Putin bei seiner Neujahrsansprache Ende 2006
Putin im Jahr 2000: Die japanische Schülerin Natsumi Gomi legt den russischen Präsidenten in Tokyo auf die Judo-Matte.
2007: Michèline Calmy-Rey besuchte den russischen Präsidenten.
Präsident Putin und Aussenminiister Sergei Labrov im Jahr 2002.
Der Präsident als Sportfan: Putin im Jahr 2000 bei einem Sportanlass.
Und nochmals Putin im Jahr 2000: Der Präsident winkt am Flughafen.
Zeigt sich gern mit Waffen, trotzdem sollen sie nicht nach ihm heissen: Der russische Präsident Wladimir Putin (Archiv)

Wie die Zeit vergeht: Putin von 2000 bis 2012

Keystone

Der 30-jährige Snowden hält sich seit Sonntag vergangener Woche im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo auf. Er hat kein russisches Visum und keinen gültigen Pass.

"Wenn er hierbleiben möchte, gibt es eine Bedingung: Er sollte mit seiner Arbeit aufhören, die dagegen gerichtet ist, unseren amerikanischen Partnern Schaden zuzufügen - so merkwürdig sich das aus meinem Mund auch anhören mag", sagte Putin. Offenkundig setze der US-Amerikaner seine Enthüllungsarbeit fort, sagte er.

Putin betonte erneut, dass Snowden nicht mit den russischen Geheimdiensten zusammenarbeite. "In diesem Zusammenhang ist er ein freier Mensch", meinte der frühere Geheimdienstchef.

Politiker und Menschenrechtler in Moskau hatten zuletzt immer wieder vorgeschlagen, Snowden könne in Russland Asyl beantragen. "Russland liefert niemals niemanden nirgendwohin aus und plant dies auch nicht", sagte Putin.

Die USA und Russland haben auf hoher Ebene über eine Auslieferung Snowdens verhandelt. "Es gab hochrangige Gespräche mit Russland", bestätigte US-Präsident Barack Obama am Montag bei einem Besuch in Daressalam in Tansania.

Edward Snowden stellt für eine Rückkehr drei Bedingungen (Archiv)

Edward Snowden stellt für eine Rückkehr drei Bedingungen (Archiv)

Keystone

Maduro will verhandeln

Auch Venezuelas Präsident Nicolás Maduro wollte bei einem Besuch in Russland Bewegung in den Fall Snowden bringen. Laut russischen Medien wollte Putin mit seinem Amtskollegen am Rande einer Energiekonferenz darüber sprechen. Maduro hatte politisches Asyl in seinem Land für Snowden nicht ausgeschlossen.

Eine mögliche Flucht des 30-Jährigen nach Ecuador sei dagegen "schon nahezu hinfällig", meinte der russische Politologe Michail Beljat. "Das Land rückt gerade deutlich von Snowden ab", sagte der Südamerika-Experte der Zeitung "Iswestija".

Snowden hatte in Ecuador Asyl beantragt. Zuletzt sagte aber Präsident Rafael Correa, der Andenstaat sehe zuvor Russland am Zug.

Asylanträge in 15 Ländern

Gemäss einem Bericht der Zeitung "Los Angeles Times" beantragte Snowden in 15 Ländern Asyl. Der frühere Vertragsarbeiter des US-Geheimdienstes NSA soll die Anträge russischen Diplomaten im Transitbereich des Moskauer Flughafens überreicht haben, berichtete die Zeitung am Montag unter Berufung auf einen russischen Regierungsmitarbeiter.

"Er hat aus Verzweiflung gehandelt, nachdem Ecuador nicht anerkannt hat, dass Snowden politisch verfolgt wird", so der Beamte. Unklar blieb zunächst, um welche Länder es sich bei den Asylanträgen handelte.

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