Amoklauf
Polizei schnappt Amokläufer – er tötete neun Schwarze in US-Kirche

In einer Kirche im US-Bundesstaat South Carolina hat ein Weisser das Feuer eröffnet und neun schwarze Gläubige getötet. Der Polizeichef von Charleston, Gregory Mullen, sprach von einem «Verbrechen aus Hass». Nun hat ihn die Polizei gefasst.

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Mit diesen Fahndungsfotos suchte die Polizei in Charleston nach dem Täter.
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Amoklauf in schwarzer Gemeinde in Charleston
US-Medien berichten von neun Toten.
Die Kirche gehört der Emanuel African Methodist Episcopal Church an, eine der ältesten Kirchen der schwarzen Gemeinden in Charleston.
Der Täter ist noch auf der Flucht.
Auch das FBI ist vor Ort.
Angehörige der Kirchgemeinde stehen im Kreis und beten.
Über das Motiv ist nichts bekannt.
Der Mann soll in die Kirche gestürmt und um sich geschossen haben.
Der Täter sei weiterhin auf der Flucht, berichten US-Medien.

Mit diesen Fahndungsfotos suchte die Polizei in Charleston nach dem Täter.

Keystone

Nach einem Blutbad in einer Kirche im US-Südstaat South Carolina haben die Behörden den 21-jährigen weissen Tatverdächtigen festgenommen. Er steht im Verdacht, neun schwarze Gläubige erschossen zu haben.

Der junge Tatverdächtige wurde in Shelby, im benachbarten Bundesstaat North Carolina festgenommen, wie der Nachrichtensender CNN und mehrere lokale Sender berichteten. Die Tat ereignete sich in der Hafenstadt Charleston in der Emanuel African Methodist Episcopal Church, eine der ältesten schwarzen Kirchen der Vereinigten Staaten.

Der Polizei zufolge ereignete sich die Attacke in der Emanuel African Methodist Episcopal Church am Mittwochabend gegen 21.00 Uhr Ortszeit. Der junge Mann habe gut eine Stunde lang am Bibelunterricht teilgenommen, ehe er seine Waffe gezogen habe, schilderte Charletons Polizeichef Gregory Mullen den Tathergang. Mullen sagte, den Polizisten habe sich nach ihrem Eintreffen eine «sehr chaotische Szenerie» geboten.

Gemäss «The Post and Courier» habe der Täter gesagt, er sei gekommen, «um Schwarze zu erschiessen». Er müsse das tun. «Ihr vergewaltigt unsere Frauen. Ihr nehmt uns unser Land. Ihr müsst verschwinden.»

Neun Schwarze starben: sechs Frauen und drei Männer. Die Behörden gehen von einer rassistischen Tat aus. «Der einzige Grund, warum jemand in eine Kirche geht und betende Leute erschiesst, ist Hass», sagte Charlestons Stadtpräsident Joe Riley. Das Justizministerium in Washington und die Bundespolizei FBI leiteten Ermittlungen wegen eines Hassverbrechens ein.

Einzelheiten zu den Opfern wurden zunächst nicht bekanntgegeben. Laut unbestätigten Medienberichten soll Clementa Pinckney, demokratischer Senator im Landesparlament, unter den Opfern sein. Der 41-Jährige ist Pfarrer an der Emanuel-Kirche, die zu den ältesten Kirchen im Süden der USA gehört.

Offenbar liess der Schütze eine Frau bewusst am Leben, damit diese als Augenzeugin über die Tat berichten könne. Das habe die Überlebende ihren Angehörigen erzählt, sagte die örtliche Vorsitzende der afroamerikanischen Organisation NAACP, Dot Scott, dem Nachrichtensender CNN.

Die Polizei suchte den Angreifer anschliessend mit einem Grossaufgebot und auch mit Unterstützung aus der Luft. Ebenso seien Spürhunde eingesetzt worden. «Wir wollen sichergehen, dass er nicht in der Nähe ist und noch weitere Verbrechen anrichtet», sagte Mullen.

Ein unbekannter Anrufer hatte in der Umgebung der Kirche fast zeitgleich eine Bombendrohung ausgesprochen. Es bestehe jedoch keine Gefahr, erklärte die Polizei.

«Unfassbare Tat»

Die Tat fügt der zuletzt in den USA ohnehin intensiv geführten Rassismusdebatte nun einen weiteren schweren Fall von Gewalt gegen Schwarze hinzu. South Carolinas Gouverneurin Nikki Haley erklärte nach dem Angriff, sie bete für die Opfer dieser «unfassbaren Tat». Der republikanische Präsidentschaftskandidat Jeb Bush schrieb beim Kurznachrichtendienst Twitter, seine «Gedanken und Gebete» seien bei den Opfern und Hinterbliebenen in Charleston.

Ähnlich und ebenfalls bei Twitter äusserte sich die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, die den Menschen in Charleston ihre «Gedanken und Gebete» zukommen liess.

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