Rückblick
Nach Kennedys Schweinebucht-Debakel kam es zur Kuba-Krise

Nach einem Telefongespräch zwischen US-Präsident Barack Obama und Kubas Präsidenten Raúl Castro bahn sich eine Annäherung zwischen den einstigen Erzfeinden an. Die Schwierigkeiten kündeten sich 1959 an.

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Fidel Castro und John F. Kennedy.

Fidel Castro und John F. Kennedy.

Keystone

Januar 1959
Nach zweijährigem Guerillakampf vertreibt Fidel Castro Diktator Batista aus Kuba. Castro wird Regierungschef.

1960
Kuba verstaatlicht sämtliche amerikanischen Firmen. Daraufhin brechen die USA die diplomatischen Beziehungen zu Kuba ab und verhängen ein Wirtschaftsembargo.

17. April 1961
Invasion in der Schweinebucht: Mit verdeckter Unterstützung der CIA versuchen Exilkubaner, Castro zu stürzen. Die Invasion wird für die Regierung von John F. Kennedy zum Debakel. Kuba verstärkt daraufhin seine Annäherung an die Sowjetunion.

Oktober 1962
Kubakrise: Die Sowjetunion stationiert auf Kuba Mittelstreckenraketen; Kennedy droht mit dem Einsatz von Atomwaffen. Die Welt steht am Rande eines Atomkrieges.

1980
25'000 Kubaner flüchten in die USA, nachdem die Regierung in Havanna vorübergehend die Grenzen geöffnet hat.

1991
In den ersten 30 Jahren wurden die Auswirkungen des US-Embargos durch Hilfe der Sowjetunion in Höhe von geschätzten 5 Milliarden Dollar pro Jahr gemildert. Nach dem Zusammenbruch des osteuropäischen Bruderstaates ist die kubanische Wirtschaft den Folgen des US-Boykotts nun ohne sowjetische Unterstützung ausgesetzt.

1993
Kuba stürzt in eine Wirtschaftskrise. Die Regierung legalisiert darauf den Dollar und gestattet in beschränktem Rahmen privaten Handel.

1994

Washington und Havanna schliessen ein Abkommen, das jährlich 20'000 Kubanern die Einreise in die USA gestattet.

1996
Die kubanische Luftwaffe schiesst zwei Zivilflugzeuge ab, die einer von Exilkubanern betriebenen Airline gehören. Die USA verschärfen daraufhin die Handelssanktionen gegen Kuba.

1998
Tauwetter: Die Regierung von Bill Clinton lockert die Sanktionen wieder und gestattet den Handel mit Nahrungsmitteln und Agrarprodukten. Exilkubaner dürfen ihren Verwandten in Kuba Geld schicken. Seither werden in grossen Mengen Lebensmittel und Medikamente aus den USA auf die Karibikinsel geliefert, die 84 Prozent ihrer Nahrungsmittel im Ausland einkauft. Seitdem haben die USA bei den Lebensmittelimporten sogar Europa als grösster Handelspartner abgelöst.

2003
Präsident George Bush will die kommunistische Regierung stürzen und verschärft die Sanktionen wieder.

August 2006
Fidel Castro ist krank. Er übergibt die Regierungsgeschäfte seinem Bruder Raul.

2007
Raúl Castro deutet Gesprächsbereitschaft und den Willen an, die Beziehungen zu den USA zu verbessern.

April 2009
Präsident Barack Obama lockert die Reisebeschränkungen nach Kuba.

Dezember 2013
Historischer Händedruck in Südafrika: Bei der Beisetzung von Nelson Mandela reichen sich Obama und Raúl Castro die Hände.

17. Dezember 2014
Obama gibt bekannt, dass die USA und Kuba wieder diplomatische Beziehungen aufnehmen werden. Obama wie auch Kubas Präsident Raúl Castro verkünden in Fernsehansprachen einen Neuanfang der Beziehungen ihrer Länder verkündet. Folgende Auszüge aus den beiden Ansprachen dokumentieren dies:

  • Obama
  • - "Kuba wird noch heute von den Castros und der kommunistischen Partei regiert, die vor mehr als einem halben Jahrhundert an die Macht kam."
  • - "Letzten Endes haben diese 50 Jahre gezeigt, dass Isolation nicht funktioniert. Es ist Zeit für einen neuen Ansatz."
  • - "Ich mache mir keine Illusionen über die Hindernisse für die Freiheit, die für normale Kubaner weiterhin bestehen."
  • - "Ich erwarte nicht, dass die heute von mir angekündigten Veränderungen über Nacht einen Wandel der kubanischen Gesellschaft bewirken werden."
  • - "Es dient den amerikanischen Interessen oder dem kubanischen Volk nicht, Kuba zum Kollaps zu treiben."
  • - "Wir können niemals die Geschichte zwischen uns ausradieren, aber wir glauben, dass Ihr (die Kubaner) ermächtigt werden solltet, mit Würde und in Selbstbestimmung zu leben."
  • - "Lasst uns das Erbe der Kolonisierung und des Kommunismus, die Tyrannei der Drogenkartelle, Diktatoren und gefälschter Wahlen zurücklassen."
  • - "Todos somos americanos (Wir sind alle Amerikaner)."
    Castro
  • - "Wir haben die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen vereinbart."
  • - "Das heisst aber nicht, dass das Wichtigste gelöst ist."
  • - "Seit meinem Amtsantritt (...) habe ich mehrfach betont, dass wir bereit sind, einen respektvollen Dialog mit der US-Regierung zu führen."
  • - "Diese Entscheidung von US-Präsident Obama verdient den Respekt und die Anerkennung des kubanischen Volkes." (nch/sda)

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