Sicherheit
Nach dem Amoklauf kaufen die Amerikaner Waffen wie nie zuvor

Der Amoklauf von Colorado hat die Amerikaner nervös gemacht. Die Waffenverkäufe schnellen in die Höhe. In den Schweizer Kinos müssen Batman-Fans nicht mit zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen rechnen.

Renzo Ruf und Sermîn Faki
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Waffenbeseitz ist ein amerikanisches Grundrecht

Waffenbeseitz ist ein amerikanisches Grundrecht

Keystone

Wegen Drohungen sind in den vergangenen Tagen mehrere Menschen während oder nach Vorstellungen des neuen «Batman»-Films «The Dark Knight Rises» festgenommen worden. Die Sicherheitsvorkehrungen in den Kinos wurden gestern abermals erhöht. Gleichzeitig schnellten die Verkaufszahlen für Waffen und Munition nach oben. So wurde allein in Colorado von Freitag bis Sonntag der Leumund von 2887 potenziellen Waffenkäufern geprüft. Das entspricht einer Steigerung von 43 Prozent im Vergleich zur Vorwoche.

«Es ist verrückt», sagte ein Mitarbeiter eines Waffengeschäfts der «Denver Post». Als er zur Arbeit gekommen sei, hätten schon 15 bis 20 Leute vor dem Laden gewartet. «Die Menschen sagen: Vorher hatte ich nicht das Gefühl, dass ich eine Waffe brauche. Aber jetzt brauche ich sie.»

Dennoch hat in den USA eine – wenn auch eher zurückhaltende – Debatte über eine Verschärfung des Waffenrechts eingesetzt. Selbst die Demokraten wissen jedoch, dass ein solches Vorhaben politisch chancenlos ist.

In den Schweizer Kinos müssen Batman-Fans nicht mit verschärften Sicherheitsvorkehrungen rechnen. Der Verleiher, Warner Bros., hat für die regulären Vorführungen des Films, der morgen anläuft, keine zusätzlichen Sicherheitsmassnahmen vorgeschrieben. Bei der Premiere am Montag in Zürich war noch zusätzliches Personal zur Kontrolle von Taschen und weiteren Sicherheitsaufgaben aufgeboten worden. «Das galt nur für die Premierenveranstaltung», sagt eine Warner-Sprecherin.