Schwere Feuer in Australien
Menschen sind an Stränden eingeschlossen und sollen mit Kriegsschiffen gerettet werden – Kulissen wie in Katastrophengebieten

Ein Jahreswechsel wie ein Endzeitfilm: Im Osten Australiens werden Orte von Flammen eingekreist, den Menschen bleibt nur die Flucht ans Meer. Das Militär rückt zur Hilfe aus. Feuerwehr und Polizei kämpfen sich in den Brandgebieten vor und finden Tod und Zerstörung.

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Im Conjola Nationalpark hat das Feuer ein Bild der Zerstörung zurückgelassen. (5. Januar 2020)
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Verkohlter Wald im Kangaroo Valley.
Das Feuer naht: Bewohner von Voyager Point, Sydney betrachten die Rauchwolke.
Ein Bild der Zerstörung in Wingello, New South Wales, wo das Feuer bereits «durchgezogen» ist.
In Vicotria und New South Wales starben mindestens 18 Menschen – 1200 Häuser hat das Feuer zerstört.
Die Feuerwehr im Kampf gegen ein Buschfeuer.
Die Feuerwehr im Kampf gegen ein Buschfeuer.
Leere Strassen und dichter Rauch in Canberra am Sonntagmorgen. (5. Januar 2020)
In Vicotria und New South Wales starben mindestens 18 Menschen – 1200 Häuser hat das Feuer zerstört.
Die Feuerwehr im Kampf gegen ein Buschfeuer.
Selbst dort, wo es nicht brennt, macht sich dichter Rauch breit, wie hier in Canberra am Sonntagmorgen. (5. Januar 2020)
David gegen Goliath: Ein einsamer Feuerwehrmann bekämpft ein Feuer in Ulladulla – die Buschfeuer haben bereits knapp 6 Millionen Hektaren zerstört.
Im Conjola Nationalpark hat das Feuer ein Bild der Zerstörung zurückgelassen. (5. Januar 2020)
Ein Känguru flüchtet durch den dichten Rauch in Canberra. (5. Januar 2020)
Im Conjola Nationalpark hat das Feuer ein Bild der Zerstörung zurückgelassen. (5. Januar 2020)
Im Conjola Nationalpark hat das Feuer ein Bild der Zerstörung zurückgelassen. (5. Januar 2020)
Australischer Klartext: "Auf Plünderer wird geschossen."
Salutieren für einen gefallenen Feuerwehrmann. Mehrere Feuerwehrleute sind in Kampf gegen die Flammen gefallen.
Mit Hubschraubern versuchen die Feuerwehren die Brände unter Kontrolle zu bringen.
In Australien lodern rund hundert Buschfeuer in den Bundesstaaten New South Wales und Queensland auf einem rund tausend Kilometer langen Streifen entlang der Ostküste.
Die Waldbrände in Australien sind nicht zu bändigen.
Die Rekordhitze in Australien erschwert derzeit die Löscharbeiten der Buschbrände.
Bis zu 70 Meter hohe Flammen: Kein Aufatmen in Australien.
Die Feuerwehrleute nutzen das kühlere Wetter in Australien, um Massnahmen gegen eine weitere Ausbreitung der Feuer zu treffen.
Flora und Fauna fallen den Flammen zum Opfer.
Die vernichtenden Brände sind kaum zu stoppen.
Feuerwehrleute im fast aussichtslosen Kampf gegen die Feuer.
Überig bleiben Ruinen und verbrannte Flaggen.
Wo einst ein Wald war, ist jetzt nur noch Staub und Asche.
Feuerwehrfahrzeuge vor einer Wand aus Flammen.
Ein ausgebranntes Fahrzeug.
Verwüstete landschaft in Australien
Die Waldbrände in Australien sind nicht zu bändigen.
Unzählige Brände fressen sich durch das Land
Ein Löschhelikopter im Einsatz.
Eine verwüstete Stadt in Australien.
Häuser, Autos, Strassen, alles fällt den Flammen zum Opfer.
Viele Menschen haben alles verloren.
Betroffene in Australien.
Tiere verendeten qualvoll in den Flammen.
Ein Australischer Journalist begutachtet die Trümmer.
Eine Ruine eines ausgebrannten Wohnhauses.
Rettungskräfte bei der Aufräum- und Löscharbeit.

Im Conjola Nationalpark hat das Feuer ein Bild der Zerstörung zurückgelassen. (5. Januar 2020)

Rick Rycroft

Im Osten Australiens hat sich die Lage in den Brandgebieten dramatisch verschärft. Grossfeuer hinterliessen zerstörte Ortschaften und trieben Tausende Menschen in die Flucht. Tausende Menschen harrten weiter von der Aussenwelt abgeschnitten an Stränden aus. Am Mittwoch bestätigte die Polizei nach dem Leichenfund zwei weitere Todesopfer. Damit erhöht sich die Zahl der Menschen, die sicher seit dem Ausbruch der ersten Feuer im Oktober bei den Bränden starben, auf 14.

Allein am Dienstag waren laut Behörden mindestens 176 Häuser in den Feuern im Bundesstaat New South Wales zerstört worden. Einsatzkräfte sprachen von «Feuerstürmen» - Grossbrandherde, die selbst wie ein Tornado aufbrausten und so enorme Zerstörungskraft freisetzten.

Im südlich gelegenen Bundesstaat Victoria sprachen Rettungskräfte von vier weiterhin vermissten Menschen im Brandgebiet. Die Feuerwehr rückte allmählich in von Flammen zerstörte Gegenden vor und ging davon aus, dabei noch viele zerstörte Häuser und vermutlich auch weitere Tote vorzufinden.

Die Leiche eines Mannes wurde in einem verbrannten Auto an einer Fernstrasse bei Yatte Yattah in New South Wales gefunden, wie die Polizei mitteilte. Eine weitere Person sei tot in einem Fahrzeug nahe Sussex Inlet entdeckt worden. Die Feuer hatten den Ferienort am Silvesterabend erreicht.

Andernorts hatten Tausende Menschen den Jahreswechsel an Stränden ausgeharrt, weil die Flammen die Ortschaften umringten und die Fluchtwege über Land abschnitten. Australiens Regierung kündigte am Mittwoch an, den Menschen mit Seelandungsbooten zu Hilfe zu kommen und Nahrungsmittel und Wasser zu bringen. Die Hilfe soll am Donnerstag oder Freitag in Küstenstädten der Staaten New South Wales und Victoria ankommen. Zudem sollen Menschen auch mithilfe von Hubschraubern in Sicherheit gebracht werden.

Rettung von Eingeschlossenen mit Kriegsschiffen

Derzeit wüten die Brände am schlimmsten in der Küstenstadt Mallacoota in Victoria, rund 500 Kilometer östlich von Melbourne. Mehr als 4000 Menschen waren alleine dort bis zum Neujahrsmorgen an die Strände geflohen. Die Stadt selbst ist durch das Feuer stark gefährdet.

Der Himmel war durch das Feuer tagsüber rot gefärbt. «Es ist sehr schwer, Ortschaften wie Mallacoota zu erreichen, die komplett durch das Feuer abgeschnitten sind», sagte der für das Militärpersonal zuständige Minister Darren Chester dem Sender ABC. «Marineschiffe sind der einzige Weg, um Versorgungsmittel hinzubringen und Menschen in grösserer Zahl von dort wegzubringen.»

Buschbrände gibt es in Australien praktisch jedes Jahr, Ende 2019 nahm die Situation jedoch ein dramatisches Ausmass an. Die Brandsaison hat mit Oktober früher als sonst begonnen, zudem facht eine enorme Dürre in der Region die Ausbreitung der Flammen an. Allein in New South Wales ist mittlerweile eine Fläche der Grösse Belgiens abgebrannt. Mehr als 1400 Häuser in ganz Australien wurden zerstört. Ein Ende des Infernos ist nicht in Sicht.

In der Silvesternacht vermeldeten die Behörden zwei neu ausgebrochene Feuer, eins in den Snowy Mountains und eins bei Central Coast nördlich von Sydney. Nach Angaben des regionalen Feuerwehrchefs Shane Fitzsimmons lodern in New South Wales weiter 110 Feuer.

Silvester mit Feuerwerk und Flaggen auf Halbmast

Trotz der verheerenden und teils sichtbar nahen Brände war in der Ostküstenmetropole Sydney das traditionell spektakuläre Silvester-Feuerwerk über dem Hafen veranstaltet worden. Im Vorfeld hatten sich Hunderttausende Unterzeichner einer Petition erfolglos dafür ausgesprochen, die Pyro-Show abzusagen und die Kosten dafür den Brand-Betroffenen zu spenden. Zum Lichtspektakel mit rund einer Million Besuchern wehten die Fahnen an Sydneys Harbour Bridge in Gedenken an die Brandopfer auf Halbmast.

Die Regierungschefin des Bundesstaats, Gladys Berejiklian, warnte am Mittwoch davor, dass sich die Wetterlage nach geringfügiger Entspannung am Wochenende wohl wieder verschlechtern werde. «Wir gehen davon aus, dass die Wetterverhältnisse am Samstag mindestens so schlimm werden wie sie es gestern waren», sagte sie Reportern am Mittwochmorgen.

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