Israel
Mehr als 2800 Corona-Neuinfektionen in Israel - Höchststand in Gaza

Die Anzahl der Corona-Neuinfektionen in Israel ist so hoch wie seit zwei Monaten nicht mehr. An zwei Tagen in Folge überstieg sie die Zahl jeweils 2800, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte.

Drucken
Teilen
dpatopbilder - Medizinisches Personal in Schutzkleidung behandelt Corona-Patienten in einer Intensivstation, die behelfsmäßig in einer Tiefgarage des Rambam-Krankenhaus eingerichtet wurde. Foto: Oded Balilty/AP/dpa

dpatopbilder - Medizinisches Personal in Schutzkleidung behandelt Corona-Patienten in einer Intensivstation, die behelfsmäßig in einer Tiefgarage des Rambam-Krankenhaus eingerichtet wurde. Foto: Oded Balilty/AP/dpa

Keystone/AP/Oded Balilty

Im Gazastreifen überschritt die Zahl der Neuinfektionen erstmals die 1000er Marke. In dem dicht besiedelten Küstenstreifen wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums 1015 neue Fälle gemeldet.

Der Wert in Israel lag zuletzt im Oktober höher. Neue Verschärfungen waren geplant, wenn die Zahl der Neuinfektionen wieder 2500 übersteigt. Sollten die Massnahmen die Neuinfektionen binnen drei Wochen nicht deutlich senken, würde ein neuer Teil-Lockdown verhängt.

Zum Vergleich: In Deutschland leben etwa neunmal so viele Menschen wie in Israel. Dort wurden am Donnerstag 26 923 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet.

In Israel hatten die Infektionszahlen nach einem vergleichsweise milden Pandemiebeginn im Sommer massiv zugenommen. Als Grund gelten unter anderem verfrühte Lockerungen. Mitte September verhängte die Regierung einen zweiten Lockdown, der die Zahlen deutlich senkte. Seit Mitte Oktober setzt die Regierung schrittweise Lockerungen um, seither nehmen die Zahlen wieder zu.

Die Regierung will am Sonntag mit einer Impfkampagne beginnen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lässt sich schon am Samstagabend als erster impfen. Gesundheitsminister Juli Edelstein bekräftigte am Mittwoch, Geimpfte sollten in Israel mit einem "grünen Pass" Vorteile erhalten. Dieser werde zwei Wochen nach der zweiten Corona-Impfung vergeben. Geimpfte können etwa eine Quarantänepflicht umgehen sowie öffentliche Veranstaltungen und Restaurants besuchen.

Der israelische Epidemiologe Professor Nadav Davidovitch nannte den "grünen Pass" am Donnerstag eine "ausgezeichnete Idee" und Anreiz für die Bürger, sich impfen zu lassen. Es müssten aber juristische und ethische Fragen geklärt und eine Verletzung der Privatsphäre ausgeschlossen werden. Der Pass könne als App auf Smartphones eingesetzt werden. "Wenn man etwa ins Theater gehen will, kann man zeigen, dass man gegen Corona geimpft ist oder nach einer überstandenen Infektion Antikörper besitzt", sagte Davidovitch, Mitglied eines Expertenteams, das die israelische Regierung in ihrer Corona-Politik berät. Für einen Einsatz im Flugverkehr seien internationale Absprachen notwendig, betonte er im Gespräch mit Journalisten.