Irak
Massenprotest im Irak ein Jahr nach US-Angriff auf Irans Top-General

Ein Jahr nach der Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani durch die US-Armee haben Zehntausende Iraker bei einem Massenprotest Vergeltung für die Tat gefordert. Sie versammelten sich am Sonntag im Zentrum der Hauptstadt Bagdad. Bei den meisten handelte es sich um Anhänger der vom Iran unterstützten schiitischen Milizen, den so genannten Volksmobilisierungskräften.

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Iraker gedenken des einjährigen Todestages des iranischen Militärkommandeurs und Chefs der Quds-Kräfte, General Ghassem Soleimani, am Ort seiner Ermordung durch die USA in der Nähe des Flughafens von Bagdad. Foto: Ameer Al Mohammedaw/dpa

Iraker gedenken des einjährigen Todestages des iranischen Militärkommandeurs und Chefs der Quds-Kräfte, General Ghassem Soleimani, am Ort seiner Ermordung durch die USA in der Nähe des Flughafens von Bagdad. Foto: Ameer Al Mohammedaw/dpa

Keystone/dpa/Ameer Al Mohammedaw

Die US-Armee hatte Soleimani und den einflussreichen irakischen Milizen-Anführer Abu Mahdi al-Muhandis am 3. Januar vergangenen Jahres bei einem Raketenangriff in der Nähe des Bagdader Flughafens getötet. Soleimani war Kommandeur der Al-Kuds-Brigaden, die zu einer Eliteeinheit der iranischen Streitkräfte gehören. Er koordinierte die Aktivitäten Iran-treuer Milizen im Irak und anderen Ländern.

Der Chef der irakischen Volksmobilisierungskräfte, Falih al-Fajad, forderte am Sonntag in einer Rede den Abzug aller US-Truppen, so wie es das irakische Parlament beschlossen habe. Jeder, der "die Symbole des Volkes" angreife, müsse zu Rechenschaft gezogen werden.

Die US-Armee unterstützt die irakische Armee im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die im Irak weiter aktiv ist. Der Raketenangriff auf Soleimani hatte die Spannungen zwischen den USA und dem Iran weiter erhöht. Im Irak kam es danach mehrfach zu Raketenangriffen auf Militärstützpunkte, die von den US-Truppen genutzt werden, und auf die hoch gesicherte Grüne Zone in Bagdad. Dort liegt die US-Botschaft. Washington macht dafür die irakische Miliz Kataib Hisbollah verantwortlich, deren Chef Abu Mahdi al-Muhandis war.