Mugabe-Nachfolge
«Krokodil» Mnangagwe wird am Freitag als Präsident von Simbabwe vereidigt

Nach dem Rücktritt von Robert Mugabe soll der von ihm entlassene Vizepräsident Emmerson Mnangagwa am Freitag als neues Staatsoberhaupt von Simbabwe vereidigt werden. Das meldete der staatliche Rundfunk am Mittwoch auf seiner Website.

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Mugabes ehemaliger Vizepräsident Emmerson Mnangagwa soll am Freitag zum neuen Präsidenten von Simbabwe vereidigt werden.
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Die Bevölkerung des Landes hofft, dass Mnangagwe die Verhältnisse im Land zum Guten wendet. Erst vor zwei Wochen war er als Vizepräsident von Mugabe gefeuert worden. Der wollte seine Ehefrau Grace Mugabe als neue Vizepräsidentin für seine Nachfolge in Stellung bringen, was zum Militär-Putsch führte.
Emmerson Mnangagwe

Mugabes ehemaliger Vizepräsident Emmerson Mnangagwa soll am Freitag zum neuen Präsidenten von Simbabwe vereidigt werden.

Tsvangirayi Mukwazhi

Mugabe hatte am Dienstag dem wachsenden Druck nachgegeben und seinen Rücktritt erklärt. Sein ehemaliger Stellvertreter Mnangagwa soll am (heutigen) Mittwoch Mittag aus dem südafrikanischen Exil nach Harare zurückkehren.

In der Nacht zum Mittwoch hatten Tausende Simbabwer ausgelassen den Rücktritt Mugabes gefeiert. Er war in Simbabwe seit 1980 an der Macht. Mugabe hatte Mnangagwa Anfang des Monats gefeuert, was weithin als einer der Auslöser des Militärputsches vom vergangenen Mittwoch gesehen wird.

Das Militär stellte Mugabe unter Hausarrest, woraufhin sich seine bisherigen Unterstützer in Windeseile von ihm abwendeten. Am Dienstag trat Mugabe zurück, um einer Amtsenthebung durch das Parlament zuvorzukommen.

Noch am Dienstagabend kündigte Mnangagwa, der sich auf die Unterstützung der Regierungspartei Zanu-PF und der Militärführung stützen kann, seine sofortige Rückkehr aus dem selbstgewählten Exil im Ausland nach Harare an.

Der unter dem Spitznamen "das Krokodil" bekannte Mnangagwa ist seit Jahrzehnten führendes Mitglied der politischen Elite. Er gilt als Hardliner und hat unter Mugabe unter anderem den Geheimdienst und das Justizministerium geführt.

Opposition fordert freie Wahlen

Oppositionsführer Morgan Tsvangirai forderte unterdessen, schnellstmöglich freie und faire Wahlen abzuhalten, um aus Simbabwe wieder eine erfolgreiche Demokratie zu machen.

Morgan Tsvangirai, Anführer der Opposition

Morgan Tsvangirai, Anführer der Opposition

Tsvangirayi Mukwazhi

Ob die Opposition an der Übergangsregierung bis zur geplanten Wahl im nächsten Jahr beteiligt werden soll, blieb zunächst unklar. Auch die US-Regierung forderte, freie und faire Wahlen zu organisieren.

Die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini sagte, es sei wichtig, dass nun ein offener Dialog für eine demokratischere Zukunft eingerichtet werde, der zur Beschleunigung wesentlicher Reformen animiere. Die EU sei bereit, diesen Prozess zu begleiten.

Jubel in Harare.
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Jubel in Harare.
Jubel in Harare.
Jubel in Harare.
Jubel in Harare.
Die Menschen in der Stadt Bulawayo feiern.
Simbabwer feiern vor dem Parlamentsgebäude in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe.
Simbabwer feiern vor dem Parlamentsgebäude in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe.
Simbabwer feiern vor dem Parlamentsgebäude in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe.
Simbabwer feiern vor dem Parlamentsgebäude in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe.
Simbabwer feiern in Johannesburg (Südafrika) den Rücktritt von Mugabe. Zu Millionen sind Simbabwer ins Nachbarland ausgewandert, wegen der wirtschaftlichen Not in Simbabwe.
Simbabwer feiern in Johannesburg (Südafrika) den Rücktritt von Mugabe. Zu Millionen sind Simbabwer ins Nachbarland ausgewandert, wegen der wirtschaftlichen Not in Simbabwe.
Simbabwer feiern im Zentrum von Harare den Rücktritt ihres langjährigen Präsidenten Robert Mugabe (93).
Simbabwer feiern vor dem Parlamentsgebäude in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe.
Simbabwer feiern vor dem Parlamentsgebäude in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe.
Simbabwer feiern vor dem Parlamentsgebäude in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe.
Simbabwer feiern vor dem Parlamentsgebäude in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe.
Simbabwer feiern vor dem Parlamentsgebäude in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe.
Simbabwer feiern vor dem Parlamentsgebäude in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe.
Simbabwer feiern vor dem Parlamentsgebäude in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe.

Jubel in Harare.

Ben Curtis

Zukünftige Rolle des Militärs unklar

Der Putsch der Generäle wurde nach Meinung von Experten auch dadurch ausgelöst, dass Mugabe seine unbeliebte Frau Grace (52) als Nachfolgerin etablieren wollte. Sie ist bekannt für ihr impulsives Verhalten, teure Kleider und extravagante Shopping-Reisen und wird oft spöttisch "Gucci Grace" genannt.

Bislang ist noch unklar, ob Mugabe in Simbabwe verbleiben wird und ob ihm möglicherweise von der Militärführung Straffreiheit zugesichert wurde.

Simbabwe - die Hauptfiguren:

Simbabwes Präsident Robert Mugabe, hier mit Ehefrau Grace, wurde gestürzt.
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Das Militär setzte den 93-jährigen Staatschef unter Hausarrest.
Constantine Chiwenga, der Chef der Armee im Hauptquartier in Harare.
Präsident Robert Mugabe (93) war seit 1980 an der Macht. Am 21. November 2017 schliesslich tritt er zurück, nach 37 Jahren an der Macht.
Schlagzeilen der Zeitungen in Simbabwe nach dem Putsch des Militärs, das diesen nicht so nennen will.
Erst eine Woche vor dem Putsch hat Mugabe (rechts) seinen Vizepräsidenten Emmerson Mnangagwa gefeuert. Dieser gilt nebst Mugabes Ehefrau Grace Mugabe als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge.
Emmerson Mnangagwa aber war am Putsch im Hintergrund wohl beteiligt. Er hat beste Beziehungen zum Militär, war jahrelang der Mann für das Grobe an Mugabes Seite.
Mnangagwa, hier rechts von Mugabe, erhielt den Übernamen "Das Krokodil", weil er so schnell zuschlägt.
Simbabwes First Lady Grace Mugabe. Wegen ihrer Prunksucht erhielt sie von der Bevölkerung den Zunamen Grace "Gucci" Mugabe. Das Militär will verhindern, dass sie auf ihren Mann als Präsidentin folgt.
Robert Mugabe wollte seine Ehefrau Grace zur Vizepräsidentin machen. Stirbt der Präsident, übernimmt der Vizepräsident vorderhand die Geschäfte.
Morgan Tsvangirai, Anführer der Opposition, spricht am Tag nach dem Putsch mit der Nachrichtenagentur Associated Press (AP). Er sagte, Mugabe müsse zurücktreten, und forderte Neuwahlen.
Die ehemalige Vizepräsidentin Joice Mujuru. Sie wurde 2014 von Mugabe gefeuert. Es wird vermutet, dass Grace Mugabe schon damals eine Konkurrentin aus dem Weg räumen wollte.

Simbabwes Präsident Robert Mugabe, hier mit Ehefrau Grace, wurde gestürzt.

Tsvangirayi Mukwazhi

Zunächst unklar blieb auch, wie schnell und wie stark sich das Militär nach der Bildung einer Übergangsregierung wieder aus der Politik zurückziehen würde.

Mugabe war in dem Land im südlichen Afrika seit der Unabhängigkeit von Grossbritannien im Jahr 1980 an der Macht, zunächst als Premierminister und seit 1987 als Präsident.

Seine Regierungsführung wurde mit den Jahren zunehmen autoritärer. Unter seiner Führung wurde aus der wohlhabenden Kornkammer der Region ein Armenhaus.

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