Niederlande
Kritik an Impfstrategie der Niederlande - 175 000 Dosen ungenutzt

In den Niederlanden nimmt die Kritik an der Corona-Impfstrategie zu. Obwohl in einem Speziallager im Osten des Landes bereits rund 175 000 Impfdosen der Hersteller Pfizer und Biontech lagern, will das Land erst am 8. Januar als letztes Land in der EU die ersten Menschen impfen und am 18. Januar landesweit starten. Trotz der Kritik will die Regierung den Start der Impfkampagne nicht vorziehen. Das sei aus logistischen Gründen nicht möglich. Der Fahrplan werde vorerst nicht verändert, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Donnerstag auf dpa-Anfrage in Den Haag.

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dpatopbilder - Eine Ampulle mit dem Corona-Impfstoff von Pfizer und Biontech im niederländischem Oss. Foto: Robin Van Lonkhuijsen/ANP/dpa

dpatopbilder - Eine Ampulle mit dem Corona-Impfstoff von Pfizer und Biontech im niederländischem Oss. Foto: Robin Van Lonkhuijsen/ANP/dpa

Keystone/ANP/Robin Van Lonkhuijsen

Die Verbände der akuten medizinischen Versorgung hatten dringend an den Gesundheitsminister appelliert, bereits am kommenden Montag Pflegepersonal der Krankenhäuser und Intensivstationen gegen Covid-19 zu impfen. Dies könne schnell in den Krankenhäusern geregelt werden. Ausserdem reichten die Vorräte an Impfdosen aus. Gesundheitsminister Hugo de Jonge will sich erst Anfang der kommenden Woche dazu äussern.

Krankenhäuser und Intensiv-Stationen können nach eigenen Angaben dem Druck kaum noch standhalten. Die medizinische Versorgung sei angesichts ständig steigender Patientenzahlen und grosser Personalengpässe kaum noch zu bewältigen. In mehreren Kliniken des Landes wurden bereits Spezialisten der Armee eingesetzt.

Zuletzt waren am Donnerstag knapp 10 000 Neuinfektionen in 24 Stunden gemeldet worden. Zum Vergleich: In Deutschland mit rund fünf Mal so vielen Einwohnern waren zuletzt rund 32 000 Neuinfektionen in 24 Stunden registriert worden.