Kommentar
Konservative Kandidatin Pécresse: Präsident Macron kriegt Konkurrenz

Die französischen Konservativen haben eine neue Hoffnungsträgerin. Dem amtierenden Staatschef könnte sie tatsächlich gefährlich werden.

Stefan Brändle, Paris
Stefan Brändle, Paris
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Sie tritt für die konservative Partei um die französische Präsidentschaft an: Valérie Pécresse.

Sie tritt für die konservative Partei um die französische Präsidentschaft an: Valérie Pécresse.

Christophe Petit Tesson / EPA

Mit der Nominierung von Valérie Pécresse durch die konservativen Republikaner steht das Anwärterfeld der französischen Präsidentschaftswahlen vom kommenden April fest. Und - surprise: Die beiden Hauptfavoriten werden bereits stark bedrängt.

Der Rechtspopulistin Marine Le Pen sitzt der «Trumpist» Eric Zemmour im Nacken. Und dem in den Umfragen bisher souverän führenden Präsidenten Emmanuel Macron wird plötzlich eine solide, telegene und gutbürgerliche Mitbewerberin gefährlich. Denn Pécresse mobilisiert die gleiche Wählerschaft der rechten Mitte.

Alle vier mit Chancen auf die Stichwahl

In der zunehmend fahrigen, schnelllebigen Politik Frankreichs haben alle vier eine Chance, in die Stichwahl vorzustossen. Das langjährige Duell Macron-Le Pen ist längst nicht mehr die einzige denkbare Konstellation. Zumal die französischen Wähler nichts so sehr lieben wie Überraschungen an der Urne.

Und die Linke? Sie ist gerade mal weg. Von einem Olaf-Scholz-Effekt keine Spur: Der Linksaussen Jean-Luc Mélenchon, die Sozialistin Anne Hidalgo und der Grüne Yannick Jadot bleiben laut Umfragen unter ferner liefen. Als sicher darf deshalb nur etwas angenommen werden: Das Rennen um den Elysée-Palast entscheidet sich auf der Rechten. Die einzige Frage ist, wie weit rechts.

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