Kommentar
Kanzlerkandidat: Einer wird unterschätzt

Die CDU-Chefetage stellt sich hinter ihren Parteichef Armin Laschet. Er soll die Union ins Kanzlerrennen führen. Doch CSU-Chef Markus Söder sieht sich als den besseren Kandidaten und will noch die Parteibasis anhören.

Christoph Reichmuth
Christoph Reichmuth
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Kämpfen um die Kanzlerkandidatur: Armin Laschet (l.) und Markus Söder.

Kämpfen um die Kanzlerkandidatur: Armin Laschet (l.) und Markus Söder.

Keystone

Der Union stehen unruhige Tage ins Haus. Am Ende dürfte sich trotzdem Laschet durchsetzen. Die CDU müsste die Hilfe aus Bayern explizit anfordern. Das wird sie kaum tun. Die CDU kann gar nicht auf die Söder-Karte setzen, sonst desavouiert sie ihren eigenen Vorsitzenden. Das wäre für Laschet ein Desaster, aber auch für die CDU, wenn sie bei der kleinen Schwester um Hilfe betteln müsste.

Laschet muss nicht der schlechtere Kandidat als Söder sein. Man sollte ihn nicht unterschätzen. Er gewann 2017 gegen die SPD in Nordrhein-Westfalen. Er setzte sich im Ringen um den CDU-Vorsitz durch. Und wenn er nun auch Markus Söder aussticht, kommt gar noch ein weiterer Erfolg hinzu. Seine Kandidatur wird dadurch gestärkt. Er ist nicht Kandidat, weil es keiner sonst machen wollte, sondern weil er sich durchgesetzt hat.

Die Umfragen sind schlecht für Armin Laschet. Doch der Wind kann in Deutschland sehr schnell drehen. Im Sommer dürften mehr Bürger geimpft und der Lockdown sollte Geschichte sein. Dann verhallt womöglich auch der Ruf nach der ordnenden Hand, die viele in Söder sehen. Das ist die Chance für Laschet. Und darauf setzen sie bei der CDU.

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