Gaza
Kein Interesse an Abrüstung: Tausende Palästinenser zeigen ihre Waffen

Tausende radikale Palästinenser sind in Gaza Stadt auf die Strasse gegangen und haben für die Aufrüstung mit Waffen demonstriert. Dabei stellten sie ihre Gewehre und vereinzelt auch Raketen zur Schau.

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Radikale Palästinenser zeigen in Gaza ihre Waffen
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Kinder werden zu Propagandazwecken instrumentalisiert.
Auch viele Frauen nahmen an der Demonstration teil.
Zwar keine echten Raketen, aber die Aussage ist klar.
Elite-Kämpfer der Al-Kuds-Brigaden.
Kind mit Maschinengewehr.
Vermummte palästinensische Kämpfer.

Radikale Palästinenser zeigen in Gaza ihre Waffen

Keystone

Drei Tage nach dem Beginn einer unbefristeten Kampfpause zwischen Israel und der Hamas sind im Gazastreifen tausende militante Palästinenser für eine Aufrüstung des abgeriegelten Küstengebiets auf die Strasse gegangen.

Bei einer gegen Israel gerichteten Machtdemonstration marschierten am Freitag mehrere tausend vermummte Kämpfer der Extremistengruppe Islamischer Dschihad durch Gaza. Dabei hielten sie neben leichten Schusswaffen auch Raketen über ihre Köpfe.

Israel könne "in Gaza nicht siegen", sagte ein Sprecher der Al-Kuds-Brigaden, des bewaffneten Arms des Islamischen Dschihads. "Wir haben selbst während der Gefechte nie aufgehört, Waffen herzustellen", und die Bemühungen zur Aufrüstung würden nunmehr "verdoppelt". Zugleich pries der Sprecher den Iran und die libanesische Hisbollah-Miliz für ihre Unterstützung.

Während Israel einen Wiederaufbau des wirtschaftlich am Boden liegenden Küstengebiets an eine Abrüstung knüpft, will die im Gazastreifen herrschende Hamas davon nichts wissen. Ihr im Exil lebender Anführer Chaled Maschaal sagte am Donnerstag bei einer Medienkonferenz in Doha, eine Entwaffnung stehe bei den Gesprächen mit der israelischen Seite nicht zur Debatte. Auch die iranischen Revolutionsgarden kündigten an, den Palästinensern beim Aufstocken ihres Waffenarsenals behilflich zu sein.

Die unbefristete Waffenruhe für den Gazastreifen war am Dienstag in Kraft getreten. In dem vorausgegangenen 50-tägigen Konflikt wurden mehr als 2100 Palästinenser getötet und 11'000 weitere verletzt. Auf der israelischen Seite gab es 71 Tote. (sda)

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