Kampfjetkauf
Kampfjet-Legende Bob Lutz ist begeistert: «Ein F-35 kann bis zu 15 konventionelle Kampfjets ersetzen»

Der 89-jährige Schweiz-Amerikaner hat selbst Einsätze als Kampfjetpilot im Koreakrieg geflogen. Er sagt, der Bundesrat habe das einzig Richtige entschieden.

Samuel Schumacher
Drucken
Teilen
Bob Lutz mit seinem deutschen Kampfjet, den er sich einst für 600'000 Dollar gekauft hat.

Bob Lutz mit seinem deutschen Kampfjet, den er sich einst für 600'000 Dollar gekauft hat.

Keystone

Der 89-jährige Zürcher Bob Lutz wanderte 1939 mit seinen Eltern in die USA aus und flog nach seinem Studium als amerikanischer Kampfjetpilot Einsätze im Koreakrieg. Der Auto-Pionier und Top-Manager sass im Vorstand von Ford, Chrysler und General Motors und war Marketing-Chef bei BMW. Mit einem geschätzten Vermögen von 125 Millionen Dollar ist Lutz einer der reichsten Schweizer und Besitzer eines deutschen Kampfjets, den er sich für sein Hobby einst für 600'000 Dollar gekauft hatte.

Herr Lutz, ist es sinnvoll für ein Land mit einem so kleinen Luftraum wie die Schweiz auf den amerikanischen Mega-Flieger F-35 zu setzen?

Bob Lutz: Ja. Der F-35 hat sich in den USA und anderswo bewährt. Er hat etwa die «Stealth»-Charakteristik. Das heisst, er ist für den Radar nicht sichtbar. Das haben der Eurofighter oder der Rafale nicht. Der F-35 ist der neuste, fähigste und beste Kampfjet, den es gibt. Er verkörpert die wahrscheinlich letzte Generation bemannter Kampfflugzeuge.

Die neueste Generation des F-35 kann senkrecht starten und landen. Die Schweiz kauft aber eine Version, die das nicht kann. Ein Fehler?

Womöglich. Bei Kriegsbeginn werden die Flughafenpisten des Feindes mit Marschkörpern durchlöchert und unbrauchbar gemacht. Senkrechtstarter wie die neueste Generation des F-35 könnten dagegen auch auf einem Pausenplatz, einem Parkfeld oder einem Fussballplatz abheben.

Einer der reichsten Schweizer: Ex-Kampfjetpilot Bob Lutz.

Einer der reichsten Schweizer: Ex-Kampfjetpilot Bob Lutz.

Keystone

Wo sehen Sie die Nachteile des Fliegers?

Der einzige, aber wesentliche Minuspunkt ist meines Erachtens der hohe Stückpreis, verbunden mit den gewaltigen Wartungskosten und den sehr hohen Kosten pro Flugstunde. Bedenkt man aber, dass man mit einem F-35 bis zu 15 konventionelle Kampfflieger ersetzen kann, ist die Anschaffung eventuell sogar aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll. Kommt hinzu: Das US Marine Corps und die Schweizer Armee kooperieren bereits miteinander. Ich könnte mir vorstellen, dass die US Marines den grossen Teil der Schulung der Schweizer Piloten und des Bodenpersonals übernehmen – nicht gratis, aber sicher für weniger als die Hälfte der Summe, welche etwa die US Air Force verlangen würde.

Aktuelle Nachrichten