St. Marteen
Hurrikan «Irma» hat die Ferieninsel komplett zerstört – nun wüten auch noch die Plünderer

«Irma» ist über die Karibik hinweggefegt – und hat St. Maarten dem Erdboden gleichgemacht. Nach dem verheerenden Wirbelsturm wüten nun auch noch die Plünderer auf der beliebten Ferieninsel. Und sie haben freie Bahn.

Helmut Hetzel aus Den Haag
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St. Maarten ist komplett zerstört.

St. Maarten ist komplett zerstört.

Keystone

Die niederländisch-französische Karibikinsel St. Martin / St. Maarten ist durch Hurrikan Irma völlig zerstört worden. Bisher wurden 14 Tote gezählt. Es können aber auch noch mehr werden. Denn die Karibikinsel ist zu 95 Prozent durch die Wucht des Orkans zerstört worden.

Und nun, nach «Irma», wüten die Plünderer auf der Insel. Sie haben freie Bahn. Keine Polizei hindert sie daran. Es herrscht die pure Anarchie und das totale Chaos im einstigen Urlaubsparadies.

Unter Betontreppe gekauert

Die einzige Verbindung zur Aussenwelt, die noch intakt ist, das ist eine Telefonverbindung über das Festnetz. Internet, Handy, nichts mehr funktioniert. Strom gibt es auch keinen. Ganze Häuser wurden mitgerissen, tonnenschwere Container im Hafen flogen wie Federn durch die Luft. «Wir haben unter der Betontreppe unseres Hauses gekauert, bis Irma weitergezogen ist››, berichten Ann und Klaas Groen über die letzte ihnen noch verbliebene Telefonverbindung im niederländischen Fernsehen.

Bilder der Zerstörung durch Hurrikan Irma:

Yacht unter Wasser: In Miami hat Hurrikan "Irma" vor nichts halt gemacht.
57 Bilder
Auch auf der Insel St. Martin hat "Irma" Boote zerstört.
Obwohl er sich bis dahin schon deutlich abgeschwächt hatte, richtete der Sturm auch in South Carolina grosse Schäden an.
Joe Murphys Haus auf Tybee Island (Georiga) wurde von Sturm "Irma" beschädigt.
Joey Spalding reicht das Wasser auf einer Strasse auf Tybee Island (Georgia) bis zu den Hüften.
Schäden Hurrikan Irma
Lourdes Rivera besorgt in Isabela de Sagua (Kuba) mit Eimern frisches Wasser.
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Zwei Männer kämpfen sich in Fort Lauderdale durch die starken Winde.
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Starke Wellen an der Biscayne Bay.
Hier fallen Kokosnüsse auf die Strasse.
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Ein überschwemmtes Parkfeld im Norden von Miami Beach.
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Dieser CNN-Reporter berichtet live von Irma - mit besonderer Brille.
In Key West schlagen die Wellen schon hoch.
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Verwüstungen auf Tortola (britische Jungferninseln)
Der Sturm "Irma" verursacht meterhohe Wellen, die viel Zerstörung bringen.
Karibikinsel Anguilla Hurrikan Irma richtete hier schwere Schäden an.
Verwüstungen auf der Jungferninsel St. Thomas Dieser Screenshot aus einem Video zeigt die stark in Mitleidenschaft gezogene Post in St. Thomas.
Verwüstungen auf der Jungferninsel St. Thomas Über 24 Stunden lang wütete Irma hier mit Windgeschwindigkeiten von 185 Meilen pro Stunde. Das sind umgerechnet über 297 Kilometer pro Stunde.
Verwüstungen auf der Jungferninsel St. Thomas
Verwüstungen auf der Jungferninsel St. Thomas
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Haiti Ein Kind neben einer Pfütze im Slum von Port-au-Prince.
Verwüstungen in der Dominikanischen Republik, Santo Domingo.
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Dominikanische Republik Ein Mann spaziert an der Küste von Samana - Irma kündigt sich an.
Dominikanische Republik Ein Mann verbarrikadiert die Fenster einer Bodega in Las Terrenas.
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Puerto Rico Retter prüfen, ob noch jemand in diesem Auto ist - was glücklicherweise nicht der Fall ist.
Puerto Rico
Verwüstungen auf Puerto Rico. Bild aus San Juan.
Irma wütet auf Puerto Rico, Fajardo.
Verwüstungen auf Puerto Rico. Mindestens zehn Todesopfer sind auf der nördlichen Karibikinsel Puerto Rico zu beklagen. Im Bild: Rico Fajardo.
Verwüstungen auf Sint Maarten
Irma wütet auf Puerto Rico, Fajardo.
Puerto Rico Hurrikan Irma kündigt sich mit starkem Regen an.
Verwüstungen auf Sint Maarten
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Verwüstungen auf Sint Maarten Tausende wurden hier obdachlos.
Verwüstungen auf Sint Maarten
Verwüstungen auf Sint Maarten
Prognose: Hurrikan Irma wird diesen Weg nehmen. Nach Puerto Rico zieht Irma nach der Dominikanischen Republik und Haiti in Richtung Kuba und Florida.
Hurrikan Irma Satellitenbild der Nasa vom 5. September 2017

Yacht unter Wasser: In Miami hat Hurrikan "Irma" vor nichts halt gemacht.

ERIK S. LESSER

Der pensionierte Polizist, der mit seiner Frau Ann seinen Lebensabend auf der niederländischen Karibikinsel St. Maarten verbringen wollte, steht vor dem Nichts. «Wir wissen nicht, wie es weitergehen soll. Hoffentlich kommen schnell unsere Soldaten, die hier für Ordnung sorgen und uns versorgen können», fleht das niederländische Ehepaar übers Telefon.

Ann Groen erzählt, dass sie auch den Orkan Luis im Jahr 1995 auf St. Maarten miterlebt hat. Der aber sei im Vergleich zu Hurrikan Irma wie ein «laues Lüftchen» gewesen. «Irma hat alles verwüstet. Hier ist alles kaputt und grau. Die Insel ist ein Trümmerhaufen. Unsere Armee haben wir auch noch nicht gesehen, wo bleiben sie nur?››, sagt sie mit weinerlicher Stimme.

«Wir brauchen Hilfe. Wir haben noch Essen in Dosen und einen Wasservorrat. Das reicht vielleicht noch drei Tage. Dann aber ist alles aufgebraucht. Es ist die Apokalypse hier.»

Marine will Insel anlaufen

Nach Angaben der Haager Regierung sind die ersten niederländischen Militärs von den Karibikinseln Curaçao und Aruba kommend inzwischen auf St. Maarten eingetroffen. Auch will die niederländische Marine mit zwei Fregatten die Insel St. Maarten anlaufen, um der Bevölkerung dort zu helfen und Nahrungsmittel sowie sauberes Trinkwasser zu liefern.

Unklar ist noch, wie hoch der Sachschaden ist, den Hurrikan Irma anrichtete. Klar aber ist:
Das Urlaubsparadies St. Maarten ist zerstört. Es besteht nicht mehr.