Organhandel
Hashim Thaci will Dirk Marty verklagen

Der kosovarische Premier Hashim Thaci weist die Anschuldigungen, er sei in den Handel mit Organen verwickelt gewesen, als absurd zurück. Er kündigte rechtliche Schritte gegen Dick Marty an, der die Vorwürfe heute in Paris bekräftigte.

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Kosovos Premier Hashim Thaci (im Bild) geht rechtlich gegen Dick Marty vor

Kosovos Premier Hashim Thaci (im Bild) geht rechtlich gegen Dick Marty vor

Keystone

Der Tessiner FDP-Ständerat Marty wirft dem heutigen kosovarischen Ministerpräsident und früheren Kämpfer der kosovarischen Befreiungsarmee UCK Thaci vor, in den Handel von Organen verwickelt gewesen zu sein. Gemäss dem Bereicht von Marty wurden nach Ende des Kosovokrieges 1999 Gefangene unter Aufsicht einer Führungsclique der UCK erschossen. Danach seien den Opfern Organe entnommen worden, die verkauft worden seien. Thaci war der politische Kopf der UCK.

Dagegen will sich Thaci mit juristishen Mitteln zu Wehr setzen. Es soll bereits Anwälte kontaktiert haben. Regierungschef Thaci steht un unter Druck, auch innenpolitisch. Wegen der schweren Vorwürfe wird die Bildung eines Kabinetts nach den Parlamentswahlen im Kosovo immer schwieriger.

Die Serben, mit deren Beteiligung in der neuen Regierung Thaci fest gerechnet hatte, gaben ihm am Donnerstag einen Korb. Eine Koalition mit Thaci sei ausgeschlossen, sagte Spitzenpolitikerin Rada Trajkovic von der Serbischen Einheitsliste. Fast alle Parteien verlangten wegen angeblich massiver Wahlfälschungen durch Thacis PDK- Partei Neuwahlen.

Dagegen hielt sich die EU mit einer Bewertung zurück. «Wir warten, dass der Wahlprozess abgeschlossen wird», sagte eine Sprecherin der EU-Aussenbeauftragten Catherine Ashton. Auch die USA reagierten zurückhaltend auf die schweren Vorwürfe an Thaci: «Es ist ein vorläufiger Bericht, wir haben ihn zur Kenntnis genommen», sagte ein Sprecher des Aussenministeriums in Washington.

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