Parlamentswahl
Europäische Rechtsextreme jubeln über Wahlergebnis in Italien

Führende europäische Rechtsextreme haben sich nach dem guten Abschneiden populistischer und rechten Parteien bei der Parlamentswahl in Italien erfreut über die Ergebnisse gezeigt. Zu den Gratulierenden zählten Marine Le Pen, Geert Wilders und Nigel Farage.

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Marine le Pen gratulierte der italienischen Lega-Partei zum Wahlsieg.

Marine le Pen gratulierte der italienischen Lega-Partei zum Wahlsieg.

OLIVIER HOSLET

"Die Europäische Union wird eine schlechte Nacht haben", schrieb die Parteichefin des rechtsextremen französischen Front National, Marine Le Pen, am späten Sonntagabend im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Dazu setzte sie ein lachendes Smiley-Gesicht. "Herzliche Glückwünsche", fügte sie am Montagmorgen hinzu.

Die Gratulation richtete Le Pen an Matteo Salvini, den Chef der fremdenfeindlichen Lega-Partei, die bei der Italien-Wahl auf den zweiten Platz kam, noch vor Bündnispartner Forza Italia von Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi.

Salvinis "spektakulärer" Erfolg sei ein weiterer Schritt zum "Erwachen der Völker", schrieb Le Pen, die bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich 2017 gegen Emmanuel Macron verloren hatte.

Auch der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders gratulierte Lega-Chef Salvini zum Wahlerfolg. "Congratulations/congratulazioni", schrieb der Politiker am Montag auf Twitter.

Wilders hatte bei der niederländischen Parlamentswahl im März 2017 sein Wahlziel zwar nicht erreicht, seine Partei für die Freiheit (PVV) war jedoch hinter der rechtsliberalen VVD von Premier Mark Rutte zweitstärkste Kraft geworden. Da die meisten Fraktionen eine Zusammenarbeit mit ihm ablehnen, ist er nicht an der Regierungskoalition beteiligt.

"Weiter gegangen"

Im Europäischen Parlament sitzt die Lega in der rechtspopulistischen Fraktion "Europa der Nationen und der Freiheit" unter anderem gemeinsam mit Wilders' Partei für die Freiheit (PVV) und dem französischen Front National von Le Pen. Im vergangenen Jahr hatten die Spitzenvertreter der europäischen Rechten auf Einladung der AfD in Koblenz bei einem Treffen Geschlossenheit demonstriert.

Der britische Europagegner und Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage gratulierte auf Twitter der Fünf-Sterne-Bewegung von Luigi Di Maio, die stärkste Partei geworden ist. Der frühere Chef der europafeindlichen Ukip-Partei arbeitet im EU-Parlament mit den italienischen Populisten zusammen.

Bereits vor der Wahl hatte sich der ehemalige Chefstratege im Weissen Haus, Steve Bannon, in einem Interview in der "New York Times" zu Wort gemeldet. Bannon, der US-Präsident Donald Trump zum Wahlsieg verholfen hatte, nannte die Wahl in Italien "puren Populismus".

Das italienische Volk sei in kürzerer Zeit "weiter gegangen" als die Briten beim Brexit oder die US-Bürger bei der Wahl von Trump, sagte der ultrarechte Publizist, der derzeit Europa bereist.