Eskalation Nahost-Konflikt
Israels Militär: Rund 4070 Raketen aus Gazastreifen abgefeuert ++ Hamas-Tunnelsystem weiter unter Beschuss

Aus dem Gazastreifen haben militante Palästinenser in den vergangenen eineinhalb Wochen nach Angaben der israelischen Armee rund 4070 Raketen in Richtung Israel abgefeuert.

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Rauch steigt über Gaza-Stadt nach einem israelischen Luftangriff.

Rauch steigt über Gaza-Stadt nach einem israelischen Luftangriff.

Keystone

Davon seien etwa 610 noch in dem Palästinensergebiet am Mittelmeer niedergegangen, bevor sie israelisches Gebiet erreichten, teilte das Militär am Donnerstag mit. Das israelische Abwehrsystem Eisenkuppel («Iron Dome») hat demnach eine Abfangquote von etwa 90 Prozent.

Die Angaben galten bis Donnerstag um 7.00 Uhr Ortszeit (6.00 Uhr MESZ). Die Zahl der insgesamt abgefeuerten Raketen hatte die Armee am Vorabend mit rund 4000 angegeben. Militante Palästinenser feuerten nach Mitternacht Ortszeit zwar erneut Raketen ab. Im weiteren Verlauf der Nacht und am Morgen gab es jedoch zunächst keine Angriffe mehr. Zum Vergleich: Während des 51-tägigen Gaza-Kriegs 2014 waren insgesamt 4481 Raketen auf Israel abgefeuert worden.

Israels Luftwaffe bombardiert weiter Hamas-Tunnelsystem in Gaza

Ausserdem hat Israels Luftwaffe in der Nacht zum Donnerstag erneut Teile des weitläufigen Tunnelsystems der im Gazastreifen herrschenden Hamas bombardiert. Binnen 24 Stunden seien Dutzende weitere Ziele der sogenannten Metro in dem Palästinensergebiet angegriffen worden, teilte die israelische Armee am Morgen mit. Ausserdem seien in dem gesamten Küstengebiet weitere Ziele beschossen worden: das Haus eines Kommandeurs in Chan Junis, eine Hamas-Waffenfabrik sowie mehrere Raketenabschussrampen.

Die Armee veröffentlichte zudem ein Video zu der weit verzweigten unterirdischen Anlage der Hamas. Nach Angaben der Streitkräfte hatten die Islamisten das Tunnelsystem über Jahre aufgebaut. Es habe eine Länge von Hunderten Kilometern und werde unter anderem dafür benutzt, um innerhalb des Gazastreifens Kämpfer, Munition und Lebensmittel zu bewegen, teils auch mit Fahrzeugen. Beschossen wurden demnach Knotenpunkte und andere strategisch wichtige Orte des Netzes. Die «Metro» liegt zu grossen Teilen unter der Stadt Gaza im Norden des Gazastreifens.

Forderungen zur Waffenruhe aus aller Welt

In Südkorea hält eine Protestierende ein Transparent hoch mit der Aufschrift «Waffenruhe zuerst und jetzt».

In Südkorea hält eine Protestierende ein Transparent hoch mit der Aufschrift «Waffenruhe zuerst und jetzt».

Ahn Young-Joon / AP

Die internationalen Bemühungen um eine Waffenruhe in dem neu entflammten Konflikt zwischen Israel und militanten Palästinensern im Gazastreifen wurden zuletzt verstärkt. Bundesaussenminister Heiko Maas (SPD) besucht an diesem Donnerstag Israel und die Palästinensergebiete. Ein hochrangiges Mitglied der islamistischen Hamas, die im Gazastreifen herrscht, schloss eine baldige Waffenruhe nicht aus. In israelischen Medien hiess es, binnen ein bis zwei Tagen könnten die Waffen schweigen.

dpa

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