Infektion
Luxemburgs Premier mit Corona im Spital – hat er sich im Ausgang angesteckt?

Xavier Bettel soll sich in einem bekannten Ausgeh-Lokal in Luxemburg mit Corona angesteckt haben. Zwei Tage darauf nahm er am Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs teil.

Remo Hess, Brüssel
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Xavier Bettel beim EU-Gipfeltreffen am 24. Juni in Brüssel.

Xavier Bettel beim EU-Gipfeltreffen am 24. Juni in Brüssel.

Keystone

Wie vielerorts in Europa steigen auch im Grossherzogtum Luxemburg die Corona-Infektionen wieder. Nun hat es sogar Premierminister Xavier Bettel erwischt. Am Montag musste der Regierungschef mit Covid-Symptomen ins Spital eingeliefert worden. Sein Zustand sei ernst, aber stabil, schreiben luxemburgische Medien. Der 48-Jährige leide unter Kurzatmigkeit und werde regelmässig mit Sauerstoff versorgt. Er sei aber nicht intubiert worden und befinde sich auch nicht auf der Intensivstation. Die Ärzte schätzen, dass Bettel weitere zwei bis vier Tage im Krankenhaus verbleiben müsse.

Ansteckung trotz Erstimpfung

Anfang Mai hatte Bettel seine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten. Die zweite Dosis wäre in diesen Tagen fällig gewesen. Luxemburg zögert die Impfungen mit Astrazeneca acht bis zwölf Wochen hinaus, um einen optimalen Impfschutz zu erreichen.

Wo sich Bettel in dieser Zeit genau mit dem Coronavirus angesteckt hat, weiss man offiziell noch nicht. Die luxemburgische Wochenzeitschrift «Letzebuerger Land» schreibt, dass Bettel am 22. Juni, dem Abend vor dem luxemburgischen Nationalfeiertag, in einem bei Nachtschwärmern bekannten Restaurant in Luxemburg zu Gast war. An seinem Nachbartisch sollen vier Personen gesessen haben, die trotz Corona-Eingangskontrollen später positiv getestet wurden. Dem Vernehmen nach soll es sich beim Restaurant um ein stadtbekanntes Lokal handeln, dem auch ein Nachtclub angegliedert ist.

Zwei Tage später beim Treffen mit Merkel und Co.

Brisant ist, dass Xavier Bettel zwei Tage später am Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel teilnahm. Zu diesem Zeitpunkt hatte er aber noch kein positives Testergebnis und auch keine Symptome. Gemäss Angaben seiner Sprecher habe es keinen engeren Kontakt mit anderen Regierungschefs gegeben und die Corona-Vorsichtsmassnahmen wie Abstand halten und Maskentragen seien stets respektiert worden. Der Sprecher von EU-Ratspräsident Charles Michel bestätigte, dass während des Gipfeltreffens sämtliche Corona-Regeln eingehalten wurden und wünschte Bettel eine baldige Genesung. Bislang wurde keine weitere Infektion eines EU-Staats- und Regierungschefs gemeldet.

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