Brasilien
Mindestens sieben Menschen sterben bei Felssturz auf Touristenboote

Die spektakulären Schluchten des Furnas-Stausees in Minas Gerais sind ein beliebtes Ausflugsziel. Doch nun löste sich dort ein grosser Teil eines Felsen, mehrere Touristen starben. Taucher suchen nach den Vermissten, die Unglücksursache soll ermittelt werden.

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Rettungskräfte auf der Suche nach Vermissten.

Rettungskräfte auf der Suche nach Vermissten.

Keystone

Auf einem See in Brasilien sind mindestens sieben Touristen ums Leben gekommen, als eine Felswand auf ihre Boote stürzte. Drei Menschen würden noch vermisst, teilte die Feuerwehr des Bundesstaates Minas Gerais am Sonntagmorgen (MEZ) auf Twitter mit. Die Suche nach ihnen ging am Sonntag weiter. Zunächst hatten 20 Menschen als vermisst gegolten. Mehr als 30 Menschen wurden verletzt, vier von ihnen lagen am Sonntag noch im Krankenhaus.

Videobilder zeigten, wie zunächst einige Steine von einer Klippe fielen und sich dann ein grosser Teil eines Felsens löste. Er kippte auf die unter ihm auf dem Lago de Furnas in Capitólio kreuzenden Ausflugsboote. Passagiere eines weiter entfernten Bootes versuchten noch, zu warnen. «Fahrt da weg!», rufen sie und pfeifen. «Es fallen viele Steine runter.» Schreie sind zu hören.

«Geht da weg!»: Tragisches Unglück auf dem Stausee Lago de Furnas in Capitólio

CH Media Video Unit

Nach Angaben der Feuerwehr wurden zwei Boote direkt von der herabstürzenden Felswand getroffen und zwei weitere indirekt. Die Menschen, die ums Leben kamen, waren alle auf dem gleichen Boot, das den Namen «Jesus» trug.

Die Canyons sind wegen der spektakulären Natur ein beliebtes Ausflugsziel

Taucher wurden zu dem rund 400 Kilometer nördlich der Millionen-Metropole São Paulo gelegenen See geschickt, dessen Schluchten mit dem türkisgrünen Wasser ein beliebtes Ausflugsziel in der Region sind. Der grossflächige Furnas-Stausee im Rio Grande ist auch als «Meer von Minas» bekannt. In Brasilien sind derzeit Sommerferien, sodass nach Weihnachten und Silvester zahlreiche Besucher unterwegs waren. Der Bootsausflug zu den Canyons ist wegen der spektakulären Natur ein Klassiker.

«Wir sind in einem Schockzustand», sagte der Bürgermeister von Capitólio, Cristiano Silva, in einem Video auf Instagram. Er drückte seine Solidarität mit den Opfern aus. Der Gouverneur von Minas Gerais, Romeu Zema, schrieb auf Twitter: «Wir erleben in unserem Bundesstaat heute den Schmerz einer Tragödie, ausgelöst von den schweren Regenfällen, durch die sich eine Felswand am Furnas-See in Capitólio löste.»

In dem Bundesstaat hatte es zuletzt wie im nordöstlich angrenzenden Bahia teilweise heftig geregnet. Die brasilianische Marine, die sich an der Rettungsaktion beteiligte, kündigte eine Untersuchung an, um die Unglücksursache zu ermitteln. Ausserdem soll geklärt werden, ob die Ausflugsboote zum Zeitpunkt des Unglücks angesichts der Wetterbedingungen überhaupt auf dem See sein durften. Der Zivilschutz hatte vor heftigem Regen gewarnt.

Eine Warnung gab es bereits 2012

In Medien und sozialen Netzen machte ein Facebook-Post die Runde, mit dem ein Nutzer schon vor zehn Jahren vor der Gefahr eines Felssturzes am Furnas-See gewarnt hatte. «Dieser Stein wird fallen...», hatte der Arzt Flávio Freitas im März 2012 zu einem Foto geschrieben, das einen langen senkrechten Riss in der Felswand über dem Wasser zeigte.

Zum starken Regen der vergangenen Tage kam Experten zufolge hinzu, dass die Region im Wesentlichen aus Sedimentgestein besteht. Pedro Aihara, Sprecher der Feuerwehr von Minas Gerais, erklärte im brasilianischen Fernsehen: «Das Eindringen von Wasser in diesen Bereichen kann dazu führen, dass das Gestein seinen inneren Widerstand verliert. Und es kann zu einem solchen Bruch kommen.» (dpa)

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