Angriffe auf Weihnachtsmärkte
Bereits vor 18 Jahren planten Islamisten in Strassburg ein Blutbad

Knapp zwei Jahre nach dem Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz hat es in Strassburg erneut einen Angriff auf einem Weihnachtsmarkt gegeben. Solche Märkte gelten schon seit längerer Zeit als potenzielles Anschlagsziel, da sie nur schwer zu sichern sind.

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Zwei Tage nach dem Anschlag in Strassburg ist der mutmassliche Angreifer Chérif Chekatt getötet worden.
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Der 29-Jährige wurde am Donnerstagabend im Viertel Neudorf südöstlich des Stadtzentrums der elsässischen Metropole von Polizisten erschossen.
France Attack
Als die Polizisten ihn festnehmen wollten, habe er auf sie geschossen. Die Beamten hätten das Feuer erwidert und den 29-Jährigen getötet.
Nach Angaben aus Ermittlerkreisen hatte eine Frau am Nachmittag gemeldet, Chekatt gesehen zu haben. Ihr war unter anderem aufgefallen, dass er am Arm verletzt war - der 29-Jährige war nach dem Anschlag bei einem Schusswechsel mit Soldaten getroffen worden, hatte aber fliehen können.
Französische Anti-Terror-Kräfte hatten das Viertel Neudorf am Nachmittag mit einem Grossaufgebot durchsucht.
Der mutmassliche Mörder Cherif Chekatt war der Polizei bereits im Vorfeld des Anschlags bekannt.
Der Pariser Staatsanwalt Remy Heitz bestätigt an einer Medienkonferenz die Identität des Tatverdächtigen. Es handelt es um den 29-jährigen Cherif C. aus Strassburg.
Nach dem Anschlag hat die französische Regierung die höchste Sicherheitswarnstufe ausgerufen.
Der Tatverdächtige befindet sich noch auf der Flucht. Die Fahndung läuft.
Der Weihnachtsmarkt bleibt am Mittwoch geschlossen.
Mit Blumen und Schildern gedenken die Strassburger den Opfern des Terroranschlags.
Ein Mann hat am Dienstagabend auf dem Strassburger Weihnachtsmarkt das Feuer eröffnet und drei Menschen getötet.
13 Personen wurden verletzt.
Soldaten schossen den Täter auf der Flucht an.
Die Behörden gehen von einem terroristischen Hintergrund aus.
Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron berief in Paris eine Krisensitzung ein.
Weite Teile der Strassburger Innenstadt wurden über Stunden abgeriegelt.
Frankreichs Regierung liess nach dem Anschlag die höchste nationale Sicherheitswarnstufe ausrufen.
Der mutmassliche Schütze war den französischen Behörden als potenzieller Gefährder bekannt.
Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft leitete noch am Abend eine Untersuchung wegen des Verdachts auf "Mord und Mordversuch im Zusammenhang mit einer terroristischen Unternehmung" ein.
Nach den Schüssen auf dem Weihnachtsmarkt riegelte die Polizei auch das Gebäude des Europäischen Parlaments in Strassburg ab.
Ein Mann hat am Dienstagabend auf dem Strassburger Weihnachtsmarkt das Feuer eröffnet und drei Menschen getötet.
Ein Mann hat am Dienstagabend auf dem Strassburger Weihnachtsmarkt das Feuer eröffnet und drei Menschen getötet.
Ein Mann hat am Dienstagabend auf dem Strassburger Weihnachtsmarkt das Feuer eröffnet und drei Menschen getötet.
Ein Mann hat am Dienstagabend auf dem Strassburger Weihnachtsmarkt das Feuer eröffnet und drei Menschen getötet.
Ein Mann hat am Dienstagabend auf dem Strassburger Weihnachtsmarkt das Feuer eröffnet und drei Menschen getötet.
Ein Mann hat am Dienstagabend auf dem Strassburger Weihnachtsmarkt das Feuer eröffnet und drei Menschen getötet.
Ein Mann hat am Dienstagabend auf dem Strassburger Weihnachtsmarkt das Feuer eröffnet und drei Menschen getötet.
Ein Mann hat am Dienstagabend auf dem Strassburger Weihnachtsmarkt das Feuer eröffnet und drei Menschen getötet.
Ein Mann hat am Dienstagabend auf dem Strassburger Weihnachtsmarkt das Feuer eröffnet und drei Menschen getötet.
Ein Mann hat am Dienstagabend auf dem Strassburger Weihnachtsmarkt das Feuer eröffnet und drei Menschen getötet.
Ein Mann hat am Dienstagabend auf dem Strassburger Weihnachtsmarkt das Feuer eröffnet und drei Menschen getötet.

Zwei Tage nach dem Anschlag in Strassburg ist der mutmassliche Angreifer Chérif Chekatt getötet worden.

AP

Ein Überblick über vergangene Attacken und Angriffspläne in Deutschland und Frankreich:

Dezember 2016: Berlin

Der Islamist Anis Amri fährt am 19. Dezember mit einem gestohlenen Lastwagen in den gut besuchten Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz. Er tötet elf Menschen sowie den Fahrer des Lastwagens. Amri wird auf der Flucht in Italien erschossen. Seither werden Weihnachtsmärkte in Deutschland stärker geschützt. Bis heute ist nicht völlig geklärt, ob die Behörden den Anschlag hätten verhindern können.

Terroranschlag an Berliner Weihnachtsmarkt Ein Lastwagen raste am 19. Dezember 2016 auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche.
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Der Lastwagen krachte durch die Gasse zwischen den Buden und überfährt Menschen. Nach 60 bis 80 Metern durchbrach er die linke Reihe der Buden und kam halb auf der Budapester Strasse zum Stehen.
Der Fahrer kletterte aus dem LKW und flüchtete.
Mindestens 12 Menschen sterben, etwa 50 werden verletzt.
Ein Grossaufgebot von Rettungskräften kümmerte sich um die Verletzten nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt.
Die Polizei sperrte den Breitscheidplatz weiträumig ab. Die Kriminalpolizei begann mit ersten Untersuchungen des Tatorts.
Notärzte und Sanitäter versorgten verletzte Menschen. Die Feuerwehrleute deckten Leichen ab.
20:56 Uhr: Eine Polizeistreife aus einem Funkwagen nimmt einen Verdächtigen nahe der Siegessäule fest. Der Mann war nach einem Medienbericht von einem Zeugen durch den Tiergarten verfolgt worden, der gleichzeitig über sein Telefon die Polizei verständigte. Der Verdächtige wird in den folgenden Stunden befragt.
Medien berichten vom Ort des Geschehens. Im Hintergrund die Berliner Gedächtniskirche.
Der Morgen danach: Der Lkw-Anhänger neben zerstörten Weihnachtsstände und -hütten.
Der polnische Lastwagen war von Turin nach Berlin gefahren.
Route des Lastwagens von Turin nach Berlin – und dort zum Breitscheidplatz
Die Zugmaschine des Lastwagens, deren Windschutzscheibe zersplittert ist, wird am Morgen nach der Tat abgeschleppt und soll weiter untersucht werden.
18.54 Uhr am 20.12.: Der festgenommene Verdächtige kommt wieder frei. Die bisherigen Ermittlungsergebnisse hätten keinen dringenden Tatverdacht gegen den Beschuldigten ergeben, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit.
Augenzeugen hätten den Lastwagenfahrer nach dem Anschlag nicht lückenlos verfolgt, die kriminaltechnischen Untersuchungen hätten ausserdem bislang keinen Beleg erbracht, dass der Mann im Führerhaus des Lastwagens gewesen sei.
20.13 Uhr: Fast genau 24 Stunden nach dem Anschlag nimmt die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) den Angriff für sich in Anspruch. Der Täter sei ein "Soldat des Islamischen Staates" gewesen, meldete das IS-Sprachrohr Amak.
Die Menschen trauern in Berlin um die Opfer des Terroranschlags.
Die Bundeskanzlerin schreibt in der Gedächtniskirche ins Kondolenzbuch.
Bundeskanzlerin Angela Merkel legt am Berliner Weihnachtsmarkt Blumen nieder, neben ihr Innenminister Thomas de Maiziere (CDU), Aussenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Berlins Bürgermeister Michael Müller.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere legen Blumen nieder.
Nach dem Anschlag werden an den Weihnachtsmärkten die Sicherheitsmassnahmen verschärft.
Der Spediteur und Besitzer des Todes-Lastwagens erteilt den Medien Auskunft. Er ist auch der Cousin des LKW-Chauffeurs. Die Polizei geht davon aus, dass der Täter bei einem Kampf im Fahrerhaus des Camions mit dem polnischen Chauffeur verletzt worden ist und den Polen tötete.
Das Brandenburger Tor leuchtet am Abend nach dem Anschlag in den Berliner Farben.
21.12.2016: Zwei Tage nach dem Terroranschlag von Berlin wird ein tunesischer Tatverdächtiger öffentlich zur Fahndung ausgeschrieben: Es handelt sich um den 24-jährigen Anis Amri. Für Hinweise wurden bis zu 100'000 Euro Belohnung ausgeschrieben.
Der Name Anis Amri war auf einem Ausweisdokument im Fahrerhaus des Lastwagens gefunden worden, mit dem am Montag der Anschlag verübt wurde. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen hatte der Tatverdächtige mehrere Identitäten genutzt.
MIt Kerzen und Blumen trauert Berlin um die Opfer.
Berlin trauert - hier mit Kerzen auf dem Breitscheidplatz im alten Westberliner Zentrum.
Am 23. Dezember wird Anis Amri bei einer Polizeikontrolle in Mailand getötet. Um 3 Uhr wollen ihn Polizisten kontrollieren, da zieht er eine Waffe, schiesst und verletzt einen Polizisten. Der andere Polizist verfolgt den Terroristen und erschiesst ihn.

Terroranschlag an Berliner Weihnachtsmarkt Ein Lastwagen raste am 19. Dezember 2016 auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche.

Keystone

Dezember 2016: Ludwigshafen

Wegen mutmasslicher Anschlagspläne unter anderem auf den Weihnachtsmarkt von Ludwigshafen wird ein Zwölfjähriger festgenommen. Der Deutschiraker soll am 5. Dezember eine selbst gebaute Nagelbombe nahe dem Rathaus deponiert haben, die jedoch nicht detoniert. Auf Antrag der Eltern entscheidet ein Gericht im März 2017, ihn für ein Jahr in einer geschlossenen Einrichtung unterzubringen.

November 2016: Paris

Die französischen Behörden nehmen eine Gruppe mutmasslicher Islamisten fest, die womöglich einen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt auf dem Pariser Boulevard Champs-Elysées planten. Daneben sollen sie auch andere Anschlagsziele ausgekundschaftet haben. Den Behörden zufolge wollten die Männer, die der Dschihadistenmiliz IS die Treue geschworen hatten, am 1. Dezember zuschlagen.

Dezember 2014: Nantes

In Nantes in Westfrankreich steuert ein Betrunkener einen Lieferwagen in einen Glühweinstand auf einem Weihnachtsmarkt. Er tötet einen 25-jährigen Passanten und verletzt neun weitere Menschen, bevor er sich selbst mit einem Messer schwer verletzt. Einen Terrorakt schliessen die Behörden aus. Der Mann wird zunächst in einer Psychiatrie untergebracht und nimmt sich später im Gefängnis das Leben.

Dezember 2011: Berlin

Ein Unbekannter bietet Besuchern von Berliner Weihnachtsmärkten Glühwein aus Pappbechern an, den er mit einer giftigen Beimischung versetzt hat. Die Polizei spricht von einer Substanz aus der Gruppe der K.O.-Tropfen. Mehrere der zehn Opfer müssen im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei sucht mit einem Phantombild nach dem Täter, die mysteriösen Giftanschläge können jedoch nicht aufgeklärt werden.

Dezember 2000: Strassburg

Islamisten planen erstmals einen Anschlag auf den Strassburger Weihnachtsmarkt. Sie wollen mit einem zum Sprengsatz umgebauten Schnellkochtopf ein Blutbad anrichten. Der von Deutschland aus vorbereitete Anschlag der sogenannten Frankfurter Zelle wird nur knapp vereitelt. Vier Männer werden im März 2003 in Frankfurt am Main zu Haftstrafen von zehn bis zwölf Jahren verurteilt.

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