Syrien
1000 Tonnen syrische Chemiewaffen unter Verschluss

Syrien hat nach Angaben der Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) alle Anlagen zur Produktion von Chemiewaffen zerstört. Die Inspektoren der Kontrollbehörde planen deshalb derzeit keine weiteren Einsätze in dem Land.

Merken
Drucken
Teilen
Ein OPCW-Inspektor in einer Anlage in Syrien. (Archiv)

Ein OPCW-Inspektor in einer Anlage in Syrien. (Archiv)

Keystone

Die Inspektoren der gemeinsamen Mission der UNO und der OPCW kehrten am Donnerstag aus Damaskus nach Den Haag zurück. Sie hatten nach Angaben der Organisation in Syrien 21 der 23 Standorte und 39 der 41 Produktionsstätten an diesen Orten überprüft. Die restlichen zwei seien aus Sicherheitsgründen noch nicht kontrolliert worden.

"Aber Syrien erklärte, dass diese Standorte aufgegeben und die dortigen Anlagen ihres Chemiewaffen-Programms an andere Standorte verlagert wurden, die kontrolliert wurden", heisst es in der Erklärung der OPCW.

Vernichtung bis Mitte 2014

Mit der Stilllegung der Produktionsanlagen vor dem 1. November ist nach Angaben der OPCW das erste Ziel der Vernichtung des syrischen C-Waffenarsenals erreicht. Nach der Resolution des UNO-Sicherheitsrates muss Syrien bis Mitte 2014 auch alle Chemiewaffen vernichtet haben.

Bis zum 15. November muss nun der Exekutivausschuss der Behörde dem von Syrien vorgelegten Plan zur Vernichtung aller C-Waffenbestände zustimmen. In Syrien tobt seit zweieinhalb Jahren ein Aufstand gegen die Herrschaft von Präsident Baschar al-Assad. Bei den Kämpfen sollen mehr als 100'000 Menschen getötet worden sein.

1000 Tonnen versiegelt

Das gesamte syrische Chemiewaffenarsenal ist nunmehr unter Verschluss. Wie die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) am Donnerstag in Den Haag bekannt gab, sind die rund tausend Tonnen chemischer Waffen und Kampfstoffe sicher versiegelt.

"Alle Chemikalien-Lager und alle Chemie-Waffen sind versiegelt, mit Siegeln, die nicht gebrochen werden können", sagte OPCW-Sprecher Christian Chartier. Zuvor hatte es von Seiten der OPCW bereits geheissen, die Produktionsstätten für die Waffen seien funktionsuntüchtig gemacht worden.