Isidor Bürgi ist 90 Jahre alt

Fabienne Schmid
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Bilder zum Leserbeitrag

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Am Samstag 6. April darf Isidor Bürgi neunzig Lebensjahre feiern. Der Schreibende hat ihn vor vielen Jahren in der Sparte Turnen und Sport kennen gelernt. Schon während der Kantonsschulzeit fiel Isidor Bürgi im Nationalturnen als erfolgreicher Athlet auf. So durfte er sich in den Jahren 1946 und 1948 in dieser Sparte den eidgenössischen Kranz auflegen lassen. Und weil das Schreiben während vieler Jahre durchaus Isidor Bürgis Ding war, liess er sich auf allen Stufen des Turnwesens administrativ verpflichten. Er leitete nicht nur den Schwingklub Fricktal vorübergehend als Präsident, er wirkte sogar während fünf Jahren auf eidgenössischer Ebene – man nannte das damals noch so – im Bereich Presse und Propaganda. Der Turnverein Frick, der Kreisturnverband Fricktal und der Aargauer Nationalturnerverband ehrten sein Wirken mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft. Noch heute trifft man den rüstigen Jubilar an den Fricktaler Tagungen der Turnveteranenvereinigung. All dieses Mitwirken hat Isidor Bürgi sehr viel Kameradschaft gebracht. Und diese pflegt er noch heute ausgesprochen gern. Heute gehört das Turnen ganz selbstverständlich zu seinen regelmässigen Beschäftigungen. Täglich legt er sich eine oder auch zwei Stunden ins Zeug, macht Freiübungen und ist regelmässig zu Fuss unterwegs. „Ich habe viele Jahre geturnt, und das erhielt mich frisch“, meint er dazu. Das fällt ihm sicher auch darum leicht, weil seine Gattin Doris ausgedehnt mittut.

In der Politik und im Militär fühlte er sich wohl

Im Jahre 1961 wurde der Fricker Tierarzt in den Grossen Rat gewählt. Der BGB/SVP-Politiker präsidierte unter anderem die Justizkommission, die Kommission für das Reusstalgesetz und die Staatsrechnungskommission. Seinen politischen Höhepunkt erreichte Isidor Bürgi sich im Amtsjahr 1975/76, als er Präsident des Aargauer Grossen Rates war.

In der Epoche des „Kalten Krieges“ leitete Isidor Bürgi in den Jahren 1977 bis 1990 im Auftrag des Regierungsrates die Zivile Verteidigung im Fricktal. In der Funktion als stellvertretender Chef des Veterinärdienstes der Armee beendete Oberst Isidor Bürgi seine langjährige Militärkarriere, der er 1943 bei der Artillerie begonnen hatte.

Auch die Umwelt lag ihm am Herzen

Während vieler Jahre stellten die Fluoremissionen der Aluminiumindustrie wegen ihrer Schäden ein riesiges Problem im Fricktal dar. Auf dem Sissler Feld war ein ölthermisches Kraftwerk geplant. Mit seinem fundierten Wissen, das er vom Beruf her mitbrachte, machte sich der Jubilar als Kämpfer gegen Umweltschäden im Fricktal einen Namen. Als Präsident des vom Fricktaler Volk breit abgestützten „Komitee für die Reinhaltung der Luft im Fricktal“ befürwortete Isidor Bürgi den raschen Übergang zur Kernenergie sowie die Industrieplanung im Sissler Feld.

Noch heute ist es extrem kurzweilig, mit dem vielseitig interessierten und interessanten Mann aus der Veterinärmedizin Unterhaltung zu pflegen.