Hedwig Gut ist und Rosi Suter wird 100-jährig

Andreas Strahm
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undefined Hedwig Gut (links) und Rosi Suter geniessen das Fest.
undefined Das Duo Ueli Mooser und Johannes Schmid-Kunz umrahmten den Anlass musikalisch.

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In Birmensdorf wurde auf die beiden ältesten Einwohnerinnen angestossen.

Am 5. September 2015 feierte Hedwig Gut-Eberle ihren einhundertsten Geburtstag. Am 1. Januar 2016 zieht Rosi Suter nach. An einer würdigen Feier im Alterszentrum am Bach (AZAB) gratulierten Gemeindepräsident Werner Steiner und Zentrumsleiter Andreas Grieshaber im Beisein ihrer Angehörigen und Heimbewohner den beiden ältesten Birmensdorferinnen.

Musikalisch umrahmten Ueli Mooser und Johannes Schmid-Kunz den Anlass.

«Birmensdorf ist ein guter Nährboden um alt zu werden. Die rüstigen Rentnerinnen Hedwig Gut und Rosi Suter beweisen dies», schmunzelte Werner Steiner im Rahmen seiner Würdigung. Andreas Grieshaber doppelte nach und freute sich über die beiden 100-jährigen Birmensdorferinnen. «Sie haben in ihrem Leben sehr viele Veränderungen mitgemacht und verschiedenste Entwicklungen erlebt». Schade war, dass Josef Waser, der am 12. November 2015 seinen einhundertsten Geburtstag hätte feiern können, am 28. Oktober 2015 verstarb und darum an den Feierlichkeiten nicht mehr dabei sein konnte.

Per Velo auf die Hochzeitsreise

Die in der St. Galler Gemeinde Wittenbach mit vier Geschwistern aufgewachsene Hedwig Gut besuchte nach der Schulzeit die Bäuerinnenschule in Rheineck und fand danach eine Anstellung in Birmensdorf wo sie ihren späteren Ehemann Edwin Gut kennenlernte. Unvergesslich bleibt für Hedwig Gut die Hochzeitsreise im Jahre 1941. Sie führte am ersten Tag mit dem Fahrrad nach Schwyz und zu Fuss auf den grossen Mythen sowie tags darauf via Altdorf über den Klausenpass zurück nach Birmensdorf. Zusammen mit ihrem Mann Edwin und den Kindern Jakob, Anni und Fredi bewirtschafteten sie einen Bauernhof auf dem Hafnerberg. Noch heute wohnt Hedwig Gut im gepflegten Bauernriegelhaus auf dem Hafnerberg, wo sie von Tochter Anni, Schwiegertochter Hedi und Sohn Jakob unterstützt wird. Nach wie vor strickt Hedwig Gut gerne oder geniesst es, mit Besuchern einen Spielnachmittag zu verbringen. Freude bereiten ihr auch die zahlreichen Enkel- und Urenkelkinder.

Die Liebe begann im SBB-Wagen

Rosi Suter ist in jeder Beziehung eine aussergewöhnliche Frau. Sie ist äusserst humorvoll, pflegt Bekanntschaften, unterhält sich gerne mit Leuten und legt grossen Wert auf ein gepflegtes Äusseres. Als jüngste von drei Kindern kam Rosi Suter am 1. Januar 1916 in Zürich zur Welt. «Weil ich es in der damaligen Silvesternacht mit der Geburt eilig hatte, mussten meine Eltern und meine Schwester auf das Geniessen des von meiner Mutter liebevoll gebackenen Hähnchens verzichten», lautete eine der Anekdoten Rosi Suters. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie in Urdorf. Nach der Schule absolvierte Rosi Suter in Zürich eine kaufmännische Lehre. Auf den Zugfahrten von Urdorf nach Zürich lernte die damals 16-jährige Rosi Suter ihren zukünftigen Mann Otto Suter kennen. Er arbeitete damals bereits im Warenhaus Jelmoli, wo er die Karriereleiter bis zum Direktor erklomm und in Birmensdorf einige Jahre als Gemeinderat tätig war. Anfangs kreuzten sich zwischen den Beiden jeweils im drittvordersten Zugsabteil nur die Blicke. Rosi Suter gefiel der stramme Jüngling von Anfang an. Als ihre Beziehung ernster wurde, sagte ihr Otto, er würde sie heiraten sobald er pro Monat 500 Franken verdiene. Das Ehepaar Suter zog nach Birmensdorf, wo die beiden Töchter Lotti und Monika das Familienglück perfekt machten. Rosi Suter engagierte sich aktiv in der Schulpflege sowie im Frauenverein und unterstützte ihre Schwiegermutter bei verschiedenen Arbeiten.

Die Feierlichkeiten im AZAB genossen Hedwig Gut und Rosi Suter sichtlich. Auch im Namen von Hedwig Gut, bedankte sich Rosi Suter bei den Verantwortlichen und Anwesenden mit kräftiger Stimme für das überwältigende Fest.