Gemeindebeitrag
Solestreuer hat Feuertaufe bestanden

Gemeinde Hausen AG
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Bilder zum Leserbeitrag

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Werkhofleiter Beat Zettel posiert neben dem Solestreuer

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Die Werkhofangestellten salzen in diesem Winter zum ersten Mal mit Sole

Seinen ersten Einsatz hatte er schon: Ende Oktober, als der erste Schnee fiel, salzten die Werkhofangestellten mit Sole. Werkhofleiter Beat Zettel zeigt auf den Behälter, der sich auf der Ladefläche des Pickups befindet. „Mit Sole kann man gezielter salzen, als mit dem herkömmlichen Salzstreuer", erklärt der Werkhofleiter. In Hausen wird der neue Solestreuer vor allem für die Gehwege und die schmalen Strassen benutzt. Für alles andere kommt weiterhin der herkömmliche Salzstreuer zum Einsatz. Die Sole ist das Nebenprodukt aus der Salzgewinnung: Das Salz kommt halbflüssig aus dem Boden, mittels Zentrifuge wird die Flüssigkeit entzogen. Das Wasser, welches herausgefiltert wird, heisst Sole. Ein Grund, weshalb Hausen mit Sole salzt, sind die geringen Schneemengen: „Wir haben nicht viel Schnee, sondern eher nasse Strassen, die gefrieren", so Beat Zettel. Um Sole einsetzen zu können, darf kein Schnee oder höchstens ein Zentimeter auf der Strasse liegen. Denn die Sole ist im Gegensatz zum herkömmlichen Salz schon aufgelöst und würde auf Schnee nicht wirken.

Zuviel Salz ergibt Glatteis

Ein weiterer Vorteil: Die Sole wird dort verteilt, wo sie gebraucht wird. „Man fährt einmal durch

und hat die Strasse gesalzen und gelangt nicht in Gärten wie mit dem Salzstreuer", sagt der Werkhofleiter. 18 Kubikmeter Sole hat der Werkhof bestellt, die in 1000-Liter-Tanks lagern. Ein heikler Prozess ist die Aufbereitung: Da die Sole mit einer Salzstärke von 26 Prozent geliefert wird, müssen die Angestellten das Mittel verdünnen. „Der Salzgehalt darf nicht mehr als 21 Prozent oder Grad betragen, denn ab einem Wert von 25 gibt’s Glatteis", sagt Beat Zettel. Für den Solestreuer benötigt der Werkhof auf 1000 Litern Salzsole, 210 Kilogramm Salz. „Wenn ich im ganzen Dorf unterwegs bin, dann sind das 15 bis 20 Kilometer. Ein solcher Tank reicht also aus." Wenn er dasselbe mit dem Salzstreuer mache, brauche er das doppelte oder sogar dreifache an Salz. In Zeiten, da jedes Wort gegoogelt und für jede Herausforderung ein App existiert, muss sich der Winterdienstverantwortliche auf sein Gespür verlassen. „Wenns kritisch ist, muss einer morgens um vier Uhr mit dem Auto raus und abwägen, ob gesalzen werden muss." Die steilen Strassen und Fusswege würden zuerst gesalzen. Probleme gibt’s, wenn Autos auf der Strasse parkiert sind: „Unser Pflug ist 2,60 Meter breit und wenn Autos im Weg stehen, kommt man nicht mehr durch." Beat Zettel gibt zu bedenken, dass im Ernstfall auch die Feuerwehr nicht mehr durchkäme. So oder so: in Hausen werden die Strassen möglichst freigeräumt und im Bedarfsfall gesalzen. Damit haben die Werkhofangestellten bislang die besten Erfahrungen gemacht. (ihk)