Test-Länderspiel

Wieder kein Schweizer Sieg gegen die USA

Dank einer Leistungssteigerung in den letzten 20 Minuten und dem Tor von Valentin Stocker (80.) kommt die Schweiz im Test-Länderspiel in Zürich gegen die USA in Überzahl zu einem 1:1.

Sechseinhalb Jahre nach der 1:2-Blamage gegen Luxemburg kehrten die Schweizer Fussballer wieder einmal zu einem Länderspielauftritt in den Letzigrund zurück. Und bis zehn Minuten vor Schluss schien es, als würde auch diese Vorstellung zu einer Enttäuschung.

Dann aber fiel im Anschluss an einen Corner und einer Flanke von Granit Xhaka der Ball vor die Füsse von Valentin Stocker, der mit seinem vierten Länderspieltor das 1:1 erzielte. «Es ist schön, dass uns erneut ein Treffer nach einem ruhenden Ball gelungen ist», sagte Stocker hinterher, «ich hoffe, dies wird für uns allmählich zu einer Waffe.»

Schwache Leistung in der ersten Halbzeit

Nicht, dass eine Niederlage gegen WM-Teilnehmer USA eine Peinlichkeit gewesen wäre, doch reichlich unbefriedigend wäre der Abend gleichwohl gewesen ohne diesen Ausgleich. Zwar wurde durch diesen nicht kaschiert, dass die Schweiz vor allem in der ersten Halbzeit sehr schlecht gespielt hatte, immerhin aber wurde so die Serie der Ungeschlagenheit auf fünf erhöht und vor allem die starke Willensleistung in der Endphase belohnt.

In die Karten gespielt hatte den Schweizern ohne Zweifel die rote Karte, die sich Gästestürmer Jozy Altidore nach 67 Minuten abgeholt hatte, weil er den Schiedsrichter beleidigt hatte.

Von diesem Moment an ging ein Ruck durch die Schweizer Mannschaft, die sich nach vier Einwechslungen (Widmer, Xhaka, Stocker, Kasami) zur Pause zwar leicht gesteigert hatte, aber zu keinen klaren Chancen gekommen war. Der erst nach der Pause erschienene Xhaka und Xherdan Shaqiri trieben ihr Team nun nach vorne, die Amerikaner verloren zunehmend die Ordnung und Coach Jürgen Klinsmann sagte: «Wir konnten den Ball nicht mehr halten.»

Debüt von Breel Embolo

Seinen Teil zur Schlussoffensive hatte auch der Schweizer Debütant Breel Embolo beigetragen, der noch vor Ablauf einer Stunde auf den Platz gekommen war und mehrfach gute Ansätze zeigte. «Die ersten zehn Minuten waren nicht so gut», sagte Embolo danach, «dann habe ich ins Spiel gefunden und bin mit meinem Einstand zufrieden.»

Vier oder fünf Wechsel im Vergleich mit dem Spiel gegen Estland hatte Vladimir Petkovic angekündigt, es waren dann sogar sechs geworden. Und weil die neuen Spieler vor allem keine Fehler machen wollten, spielten sie verhalten, zogen Sicherheitspässe dem Risiko vor, und es war überhaupt kein Tempo im Spiel.

Kaum einer drängte sich auf

«Wir spielten, als wäre es ein Freundschaftsspiel, aber das gibt es mit der Nati nicht», sagte Petkovic. Es war zwar gewiss nicht so, dass die «Neuen» von Goalie Bürki über von Bergen, Moubandje, Frei, Fernandes und Mehmedi nicht Einsatz gezeigt hätten, doch es passte schlicht nichts zusammen.

Es war für sie gewiss auch nicht einfach, in einer neu zusammengewürfelten Mannschaft Leistung zu zeigen. Aber mehr, als ein Mehmedi und vor allem Moubandje boten, wäre schon zu erwarten gewesen. Mehmedi hatte nach 39 Minuten und einer Hereingabe von Shaqiri kläglich aus zwei Metern das 1:0 vergeben. Sechs Minuten später waren die US-Boys dann verdient in Führung gegangen, als Brek Shea einen von Inler verschuldeten Freistoss über die Mauer hob.

Schweiz - USA 1:1 (0:1)

Letzigrund, Zürich. - 16'100 Zuschauer. - SR Banti (It). - Tore: 45. Shea (Freistoss) 0:1. 80. Stocker 1:1.

Schweiz: Bürki; Lichtsteiner (46. Widmer), Schär, von Bergen, Moubandje; Fernandes (72. Seferovic), Inler (46. Xhaka), Frei (46. Kasami); Shaqiri; Drmic (56. Embolo), Mehmedi (46. Stocker).

USA: Rimando (46. Yarbrough); Chandler, Orozco (46. Alvarado), Brooks, Shea; Bedoya (76. Yedlin), Williams, Bradley, Morales (89. Ream); Altidore, Zardes (89. Morris).

Bemerkungen: Schweiz ohne Senderos (verletzt) und Dzemaili (abgereist/wurde am Dienstag Vater), USA ohne Dempsey, Johannsson, Jones (alle verletzt) und Johnson (krank). Schweizer Ersatzspieler: Sommer, Hitz, Lustenberger, Behrami, Rodriguez, Djourou. Länderspiel-Debüt von Breel Embolo. 68. Rote Karte gegen Altidore (Schiedsrichter-Beleidigung). Keine Verwarnungen.

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