Islam-Kontroverse

Ehemaliger Regierungsrat Notter hält Thiel für gefährlich

Markus Notter (links) und Andreas Thiel.

Markus Notter (links) und Andreas Thiel.

Der Zürcher alt Regierungsrat Markus Notter (SP) schaltet sich in die Islam-Kontroverse um den Berner Kabarettisten Andreas Thiel ein. Bei dessen Besuch in der Talksendung «Schawinski» war es am Montag zum Eklat gekommen.

Dieser sorgte vor drei Wochen mit einem Artikel in der Weltwoche für Aufsehen. Darin bezeichnete er den Propheten Mohammed als Kinderschänder und den Koran als «Bibel der Gewalt». Am Montag kam es in Roger Schawinskis SRF-Talksendung zum Eklat. Der Moderator und Thiel boten sich ein Wortgefecht, in welchem mehr persönliche Beleidigungen als Argumente ausgetauscht wurden.

Die Wellen gehen hoch. Auf den Sozialen Medien ist zu beobachten, dass Thiel mehr Sympathisanten hinter sich hat.

Markus Notter, Präsident der Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz (GMS), schaltet sich via «Blick» in die Diskussion ein und kritisiert Thiel. «Er geht mir auf den Geist. Nur weil er eine Irokesenfrisur hat und man solche Aussagen nicht von ihm erwartet hat, reden nun alle über ihn», so Notter.

Notter hält fest, dass mit dieser Diskussion Grenzen verschoben werden. «Viele Menschen fühlen sich nun bestätigt und trauen sich, öffentlich Dinge zu sagen, die sie sich vorher nicht getraut haben», sagt er.

Der Islam würde so zum Feindbild, an dem sich alle abreagieren könnten. Dabei sei der respektvolle Umgang wichtig für die Gesellschaft. Menschen sollen nicht den Mut aufbringen, sich gegenseitig Gemeinheiten an den Kopf zu werfen, so Notter.

Der ehemalige Vorsteher des kantonalen Justizdepartements sieht Parallelen zum Deutschland der 1930er-Jahre. Auch wenn Thiels Aussagen nicht in demselben Ausmass fremdenfeindlich seien, lasse sich eine Enthemmung in Sachen Beleidigung von Minderheiten feststellen. 

(Quelle:Schweizer Radio und Fernsehen)

Andreas Thiel bei Roger Schawinski - Schawinski vom 15. Dez. 2014

Meistgesehen

Artboard 1