Challenge League

FC Aarau nach zweiter Pleite in Serie am Boden: «Diese Niederlage nervt»

Die Aarauer können nicht mehr auf den Gegentreffer zum 0:1 in der 69. Minute reagieren und verlieren gegen Wil. Als Torschütze der Ostschwerizer kann sich Fazli feiern lassen. Damit rutscht der FCA in der Tabelle hinter die Wiler auf den vierten Platz.

Die 77. Minute: Aaraus Innenverteidiger Stéphane Besle und Wils Mittelstürmer Samir Fazli liefern sich unmittelbar vor der Haupttribüne ein Laufduell. Der Ball fliegt aus der Gefahrenzone. Fazli läuft in Richtung Outlinie. Besle eilt dem 25-jährigen Mazedonier hinterher und schubst ihn mit beiden Händen weg. Fazli kann sich nicht mehr auf den Beinen halten. Er kommt zu Fall.

Fazli bleibt einige Sekunden liegen. Glücklicherweise ist ihm nichts passiert. Das Ganze hätte aber auch ins Auge gehen können. Besle sieht zu Recht die gelbe Karte und hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn er von Schiedsrichter Sébastien Pache vom Platz gestellt worden wäre. Der Frust von Besle zu diesem Zeitpunkt ist gross. Sehr gross sogar.

Der Grund für den Aussetzer von Besle? Ganz einfach! Der FC Aarau liegt eine Viertelstunde vor dem Abpfiff 0:1 zurück. Und zu diesem Zeitpunkt macht es nicht den Anschein, als würde der Mannschaft von Trainer Marco Schällibaum noch der Ausgleich gelingen. Im Gegenteil. Der FC Wil ist dem zweiten Tor näher als Aarau dem 1:1. Fazli und der Nigerianer Nduka Ozokwo haben das 2:0 auf dem Fuss, verpassen aber die Siegsicherung auf geradezu fahrlässige Art und Weise. In der Schlussphase stemmt sich der FC Aarau zwar noch gegen die drohende Niederlage, Zählbares aber schaut nicht heraus: Zoran Josipovic schiesst den Ball aus aussichtsreichster Position nur ins Aussennetz.

Zweites 0:1 innert zwei Wochen

Dann ist Schluss. Nach dem 0:1 in Genf gegen Servette verliert der FC Aarau gegen Wil mit dem gleichen Resultat. Der Frust in den Reihen des Verlierers sitzt tief. Marco Schällibaum ist enttäuscht, ja sogar verärgert. «Diese Niederlage nervt», sagte Aaraus Trainer mit hochrotem Kopf. «In der ersten Halbzeit traten wir dominant auf und hatten alles im Griff. Da waren wir dem Führungstreffer nahe. Nach der Pause haben wir allerdings zu wenig Präsenz gezeigt. Und nach dem Tor gelang uns die Wende leider nicht mehr.»

FC Aarau - FC Wil 0:1 – Stimmen zum Spiel

FC Aarau - FC Wil 0:1 – Stimmen zum Spiel

Interviews mit Pascal Thrier sowie mit Cheftrainer Marco Schällibaum

Wer Ursachenforschung für die beiden 0:1 innert zwei Wochen betreibt, der muss unweigerlich auf die Offensive zu sprechen kommen: Ohne einen Patrick Rossini in Hochform fehlt es dem FC Aarau im Abschluss ganz einfach an der nötigen Durchschlagskraft. Es fehlt ein Goalgetter! Es fehlt ein Knipser! Geoffrey Tréand, Sébastien Wüthrich, Alessandro Ciarrocchi und Josipovic verfügen durchaus über Rasse, ja sogar einen Hauch von Klasse. Vor dem Tor sind sie aber einfach zu harmlos. Anlass zu Kritik gibt für einmal auch die Defensive: Zieht Abwehrchef Stéphane Besle wie gegen den FC Wil einen schwachen Tag ein, fällt die Viererabwehrkette auseinander. Griffen die Wiler Arturs Karasausks, Fazli und der pfeilschnelle Ozokwo in die Trickkiste, gerieten die FCA-Verteidiger allesamt ins Schwimmen.

Und so musste der FC Aarau im Brügglifeld vor 3466 Zuschauern gegen den Ligakrösus aus Wil eine ganz bittere Pille schlucken. Da war es ein schwacher Trost, dass mit Marvin Spielmann wenigstens ein ehemaliger Spieler des FC Aarau jubeln konnte. Der 20-Jährige wurde gegen seinen früheren Verein eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselt und zeigte während des Kurzeinsatzes, was in ihm steckt. Mehr noch. Spielmann konnte sogar eine Premiere feiern. In seinem dritten Spiel mit dem FC Wil gegen Aarau gewann der junge Mann zum ersten Mal.

Das Spiel im Liveticker zum Nachlesen

Autor

Ruedi Kuhn

Ruedi Kuhn

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