Wahlkampfbus

Was, wenn Alfred Escher statt der ETH eine Baracke gebaut hätte?

Der az-Wahlkampfbus machte am Donnerstagabend Halt auf dem Neumarktplatz in Brugg. Sechs Nationalratskandidaten stürzten sich beim dritten Stopp in die Debatte. Und Strafrechtsprofessor Martin Killias erklärte, wie man sparen könnte.

Seinen Wahlkampfsong wollte GLP-Nationalrat Beat Flach dem Brugger Publikum dann doch nicht zumuten. Auch nicht, als Moderator Fabian Hägler, Ressortleiter Aargau, nachhakte. Mit seinem dreiminütigen Youtube-Video möchte Flach Humor in den Wahlkampf bringen.

Beats Flachs  glp-Song. Er nahm extra Gesangsstunden.

Beats Flachs glp-Song. Er nahm extra Gesangsstunden.

Doch an einem Podium zählen vor allem Argumente. Und so stürzen sich die sechs Nationalratskandidaten beim dritten Stopp des az-Wahlkampfbusses direkt in die Debatte.

Aufgrund der Nähe zum Campus Brugg-Windisch liegt das Thema auf der Hand: Bildung. «Finanzdirektor Roland Brogli will 260 Lehrerstellen einsparen – dabei ist doch Bildung der einzige Rohstoff der Schweiz?», fragt Hägler.

Für Broglis Parteikollegin Susan Diethelm, Geschäftsführerin der CVP Aargau, ist klar: «Wir müssen sparen. Also braucht es überall gewisse Abstriche.»

SP-Mann Martin Killias findet, man würde besser an den Gebäuden sparen. «Mit der Uni Zürich haben wir ein Monument aufgebaut – am Schluss fehlte das Geld für Bücher.»

Damit holt der Strafrechtsprofessor erste Lacher des Publikums. Vielleicht ist Humor in der Debatte eben doch eine nützliche Waffe.

Doch Flach kontert prompt: Architektur sei ebenfalls bedeutend. «Man stelle sich vor, Alfred Escher hätte statt des ETH-Gebäudes bloss eine Baracke errichtet.»

Das braucht etwas Busfahrer-Können: Christian Dorer zirkelt mit dem Wahlkampfbus durch Bruggs enge Gassen.

Das braucht etwas Busfahrer-Können: Christian Dorer zirkelt mit dem Wahlkampfbus durch Bruggs enge Gassen.

Dann kam der Wind

Soll man nun bei den Lehrern sparen, an den Schulhäusern oder vielleicht Frühenglisch streichen? FDP-Grossrat Titus Meier sagt, allein wegen Frühenglisch seien viele Stellen ausgebaut worden. «Ich frage mich, ob das sinnvoll war.»

Connie Fauver von den Grünen, eine ehemalige Englischlehrerin, sieht das freilich anders. Frühes Erlernen einer Fremdsprache sei wichtig. Allein, es müsse auf spielerische Weise geschehen.

Wenn Sie eine Schlagzeile über sich schreiben könnten ...

Wenn Sie eine Schlagzeile über sich schreiben könnten ...

Markus Liebi (SVP), Titus Meier (FDP), Susan Diethelm (CVP), Beat Flach (GLP) und Martin Killias (SP) (von rechts) antworten.

Plötzlich fegt eine Windböe über den Neumarktplatz, und es scheint, als würde diese die Themen durcheinanderwirbeln. Bald sprechen die Politiker über Flüchtlinge, bald über die Masseneinwanderungsinitiative, bald übers bedingungslose Grundeinkommen.

«Dieses wäre doch praktisch für einen armen Studenten wie Sie», sagt Hägler zum Jung-SVPler Markus Liebi. Natürlich nicht, entgegnet dieser. Er sei ja kein armer Student – schliesslich arbeite er nebenbei. «Jawohl», ruft nun jemand aus dem Publikum.

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