Der Run auf die Dietiker Stadtratssitze ist so gross wie schon lange nicht mehr: Bereits jetzt stehen zwölf Kandidierende bereit, die sich bei den Wahlen am 9. Februar 2014 einen der sieben Sitze ergattern wollen.

Nun gesellt sich der 13. Kandidat dazu. Wie die Demokratische Partei (DP) Dietikon gestern mitteilte, nominiert sie ihren Präsidenten Martin Müller für die Wahl. Müller hatte bereits letzte Woche gegenüber der Limmattaler Zeitung gesagt, seine Partei werde mit grösser Wahrscheinlichkeit jemanden aufstellen.

FDP, dann Liberale Liste, dann DP

Müller, der früher in der FDP war, die er auch lange präsidierte und im Gemeinderat vertrat, kandidiert bereits zum zweiten Mal in Folge für den Stadtrat. Nachdem die FDP ihm für die Gemeinderatswahlen im Jahr 2010 keinen Listenplatz mehr gewährte, trat er im Januar 2010 aus der Partei aus und trat mit seiner eigenen «Liberalen Liste» an. Er kandidierte für Gemeinderat, Stadtrat sowie fürs Stadtpräsidium – jedoch ohne Erfolg. Anfang 2011 wechselte Müller zur Demokratischen Partei, der er als neuer Präsident zum Relaunch verhalf.

Nun versucht es Müller, der als selbstständiger Consultant im IT-Bereich tätig ist und seit knapp vier Jahren den Dietiker Gewerbeverein präsidiert, noch einmal. Es stehe fest, schreibt die DP in ihrer Mitteilung von gestern, dass sich mit den bestehenden Kandidaten keine «für Dietikon wirklich brauchbare Änderung der Finanzpolitik» abzeichne. Deshalb stehe den Wählerinnen und Wählern eine «klare Alternative» zur bestehenden Auswahl zu.

DP auch mit Gemeinderatsliste

Schon bekannt ist, dass sechs der sieben bisherigen Exekutivmitglieder wieder für den Stadtrat kandidieren: Stadtpräsident Otto Müller (FDP), Jean-Pierre Balbiani (SVP), Roger Brunner (SVP), Heinz Illi (EVP), Rolf Schaeren (CVP) und Esther Tonini (SP). Nicht mehr antreten wird Johannes Felber (CVP). Neu bewerben sich bisher zudem weitere sechs Personen um einen der Sitze: Roger Bachmann (SVP), Ernst Joss (AL), Sven Koller (SP), Lucas Neff (GP), Reto Siegrist (CVP) und Peter Wettler (SP).

Damit dürfte das Kandidatenfeld komplett sein, denn die DP ist die letzte in Dietikon aktive Partei, die nun offiziell ihre Ambitionen auf einen Stadtratssitz offengelegt hat. Die GLP, die zwar angekündigt hat, mit einer Gemeinderatsliste antreten zu wollen, hat letzte Woche gegenüber der Limmattaler Zeitung gesagt, sie werde definitiv keinen Stadtratskandidaten stellen.

Auch die Demokratische Partei will bei den Gemeinderatswahlen mit einer eigenen Liste antreten, wie sie gestern bekannt gab. Diese werde ebenfalls von Präsident Martin Müller angeführt. Ihre weitere Zusammensetzung sei «vorerst noch Gegenstand von Beratungen».

Nicht Teil einer Koalition

Klar ist auch, dass sich die DP für die Stadtratswahl keiner Koalition anschliessen wird. Man beteilige sich nicht «an irgendwelchen konspirativen Wahlplakaten, obskuren Tickets und dergleichen», schreibt die Partei in ihrer Mitteilung.

SVP, FDP und CVP haben bereits verkündet, im Stadtratswahlkampf auch die Kandidaten der jeweils anderen beiden Parteien empfehlen zu wollen. Auch SP und AL haben sich ihre gegenseitige Unterstützung zugesichert. Nicht Teil einer solchen Verbindung sind die Kandidaten der EVP und GP.