Stadtfest

Reservierte Tische und plakettenlose Gäste sorgen für Ärger

«Oberdeck» wie anderswo: Reservationen möglich. Alex Spichale

«Oberdeck» wie anderswo: Reservationen möglich. Alex Spichale

Eigentlich verbotene Tisch-Reservationen und Festbesucher ohne Plaketten lösen am Stadtfest sowohl unter den Besuchern wie auch beim Organisationskomitee Unmut aus. Das OK hat das Reservationsproblem unterschätzt.

Für manche Festbesucher ist es das grosse Ärgernis. An Badener Festen gilt: «First comes, first serves!» Zu deutsch: Wer zuerst da ist, bekommt den Platz. Oder: Es gibt keine Reservationen! Die Realität ist eine andere. Nicht nur beim «Albrecht» steht man (nach schweisstreibendem Aufstieg) Schlange, während drinnen in der Festbeiz ganze Tische leer und reserviert sind und es oft bis eine halbe Stunde bleiben. Nebst dem knurrenden Magen kommt bei den Wartenden darob Unmut auf.

Reserviert sogar für Firmen-Events

«Wir haben das unterschätzt und zu wenig klar gesagt, dass es keine Reservationen gibt», sagt Lukas Urech, Wirtschaftschef im Komitee. Es stehe fest, dass man für das nächste Fest die Spielregeln ganz klar kommunizieren müsse.

Auf dem Schloss Stein wird auch beim «Oberdeck» wacker reserviert. Doch es gibt noch weitere Sünder, so das «La Bouffe romaine», das «Tribhuus», das «C’e Donne Leoni», das «Henley on Limmat» oder die «Ladestation». Neu sind auch «Firmen-Events» zur Unsitte geworden. So kann man an einzelnen Orten Tischreihen mieten. Die gewöhnlichen Festgäste gehen leer aus. «Das geht definitiv zu weit», sagt Marc Périllard, Co-Präsident des Komitees.

Wer schon viele Badener Feste erlebt hat, erkennt, wo das Problem liegt: Die Version der «kleinen Badenfahrt», wie das Stadtfest oft betitelt wird, funktioniert nicht mehr. Am Stadtfest hat es rund ein Drittel weniger Festbeizen als bei der Badenfahrt. Doch der Ansturm von überall her ist während der 10 Tage nur unwesentlich kleiner. Die rund 3000 Sitzplätze reichen auch zusammen mit den öffentlichen Restaurants der Stadt bei weitem nicht. Co-Präsident Marc Périllard ist sich des Problems bewusst: «Das Komitee muss in Sachen Festkonzept über die Bücher gehen.»

Ärgernis 2: Leute ohne Plakette

Viele Festbesucher ärgern sich darüber, dass die Kontrolle der Plakette zu wenig restriktiv sei. «An der Grabenstrasse hängen weit mehr Gäste ohne als mit Plakette an den Bars», heisst es oft. Périllard hat für den Unmut Verständnis. Plakettentragen sei für ihn Pflicht, Anstand und Ehrensache. «Für ein zweistündiges Madonna-Konzert bezahlt man 160 Franken, ohne Bahnbillett, für 10 Tage Stadtfest mit 1000 kulturellen Darbietungen 40 Franken mit Bus- und Bahnbillett», sagt Périllard. Die Plaketten würden im Komitee ein Thema bleiben.

Die az berichtet vom 16. bis zum 27. August täglich über das Stadtfest Baden. Und dies nicht nur in unserem Online-Dossier, sondern auch auf Facebook und über unseren Stadtfest-Twitter-Account @azamstadtfest.

Die az am Stadtfest Baden

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