Jugendarbeit

Die Jugend ist am Stadtfest auf der Suche nach Beat

Jugendarbeiterin Nadine Duquenoy im Interview mit einer Festbesucherin

Jugendarbeiterin Nadine Duquenoy im Interview mit einer Festbesucherin

Mit Videokamera und Mikrofon streifen Jugendarbeiter aus dem Bezirkn Baden durch das Festareal. Sie wollen den jungen Besuchern den Puls fühlen - und wissen, was ihnen am Stadtfest gefältt und was sie stört.

«Wo ist der Beat?». Diese Frage ziert das T-Shirt der Jugendarbeiter aus dem Bezirk Baden während des Badener Stadtfestes. «Ein Wortspiel», erklärt Patrick Neuenschwander. Denn es geht nicht nur um die Suche nach Musik und Party, sondern vor allem um die Suche nach Beat.

Beat ist ein Synonym für die jungen Festbesucher, die während des Stadtfestes im Mittelpunkt der Jugendarbeiter stehen. Diese streifen als «Jugendgeschichten-Fischer» mit Mikrofon und Videokamera durch das Stadtfest. «Wir wollen die Sicht der Jugendlichen widerspiegeln», sagt Neuenschwander.

Feines Essen, gute Musik

«Sehr cool», «tolle Konzerte», so klingt das Echo. Das Stadtfest komme bei den Teenagern gut an. Obschon die Bahnen auf dem Lunapark recht teuer seien, bemerkten zwei Jugendliche vom Mutschellen. Dennoch, ihnen gefalle es hier. Feines Essen, gute Musik und viele Stände machen die hohen Preise wieder wett.

All das erfährt Nadine Duquenoy zusammen mit ihrem aus drei weiteren Jugendarbeiterinnen bestehenden Team. Duquenoy ist zuständig für das Interview. «Nach drei Jahren Arbeitserfahrung in diesem Bereich weiss ich, wie man das Eis bricht», sagt sie. «Am Anfang sind die Jugendlichen eher schüchtern. Gegenseitiges abchecken ist angesagt», erklärt sie.

Deswegen frage sie die Jugendlichen zuerst, woher sie kämen und warum sie am Stadtfest seien. Erst später spricht sie die Jugendlichen darauf an, was ihnen am Stadtfest besonders gut gefalle und was sie eher störe.

Kaum einer weigert sich

Die Jugendarbeiterin aus Siggenthal steht völlig lässig da. Die wenigsten weigern sich, ihr einige Fragen zu beantworten. Dabei ist es erst kurz nach 18 Uhr. «Es ist noch etwas zu früh», sagt Duquenoy. «Die Jugendlichen sind noch zu nüchtern», fügt sie an. Andere dagegen zeigten sich auch ohne Alkohol gesprächig und prahlen damit, den Box-Kasten auf dem Lunapark kaputtgemacht zu haben.

Und manchmal lässt sich sogar Duquenoy noch beeindrucken: «Krass! Der hat 5000 Freunde auf Facebook», staunt sie.

In den Abendstunden ist es am Besten

Die besten Interviews, die inhaltlich etwas hergeben und gut zu verstehen sind, finden sich in den Abendstunden an verschiedenen Wänden der Innenstadt wieder. Ein Beamer überträgt an sieben Tagen des Stadtfestes einen gut zweiminütigen Film an eine Häuserwand auf dem Kirchplatz oder auf den Stadtturm.

Je nachdem, wo es Platz gibt. So sind die Geschichten der Jugendlichen eingefangen und ein erster Kontakt zwischen ihnen und der Jugendarbeit geknüpft.

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