«Nein», antwortet Marcel Voser auf die Frage, ob er Nervosität verspüre beim Gedanken an die Herausforderungen der kommenden zweieinhalb Jahre. Als Gesamtprojektleiter trägt er die Verantwortung für das gemäss Kanton wohl komplexeste Bauprojekt in der Geschichte des Aargaus. «Wir haben jeden Bauschritt genaustens durchgeplant.»

Spatenstich für Schulhausplatz Baden

Spatenstich für Schulhausplatz Baden

Der 38-jährige diplomierte Bauingenieur lässt sich auch von der nächsten Frage nicht aus der Ruhe bringen. «Welches ist das Worst-Case-Szenario, der schlimmste Fall, der während der Neugestaltung des Schulhausplatzes eintreffen könnte? «Es gibt kein Worst-Case-Szenario.»

Allenfalls, sagt Voser, könne es die eine oder andere kleine Überraschung geben, wenn für den neuen Bustunnel tief in den Boden gegraben werde. «Man weiss nie, was genau unter der Erde ist.» Ausserdem sei die Anlieferung der Baumaterialien angesichts der sehr engen Platzverhältnisse eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Er sei aber sehr zuversichtlich, dass auch diese Schwierigkeit gut gemeistert werde.

Geri Müller, Badens Stadtammann, Rede zum Start der Bauarbeiten am Schulhausplatz

Geri Müller, Badens Stadtammann, Rede zum Start der Bauarbeiten am Schulhausplatz

Angesprochen auf die Besonderheiten des künftigen Schulhausplatzes, sagt Marcel Voser: «Ich bin sicher, dass die Menschen in Baden Freude haben werden am neuen Schulhausplatz. Die Stadt erhält einen Bustunnel, der in Europa einzigartig sein wird. Er führt unterirdisch von der heutigen Tunnelgarage zur Hochbrücke.» Die Busse werden so jederzeit schnell durch den Verkehr kommen.

Eine Besonderheit werde auch die Passage mit den Verkaufsflächen: «Momentan gibt es nur einzelne Passagen ohne Verknüpfungspunkte. Künftig werden alle Verbindungen über eine gemeinsame Mitte führen, es entsteht ein neuer Ort der Begegnung.»

Der Schulhausplatz sei bisher primär auf den Autoverkehr ausgerichet gewesen, Velofahrer und Fussgänger können den Platz nicht in einer direkten Verbindung queren. «Vor allem auch die Velofahrer und Fussgänger werden von der Neugestaltung profitieren», so Voser.

Viel wird in der Region Baden darüber diskutiert, wie gut der Verkehr während der Bauarbeiten des Jahrhundertprojektes fliessen wird. Wie wird Voser jeweils zur Baustelle fahren? Seine Antwort fällt pragmatisch aus. Von der Staudiskussion zeigt er sich wenig beeindruckt: «Ich werde so in die Stadt fahren wie auch bisher schon. In den meisten Fällen werde ich mit dem Zug anreisen. Ausser, ich muss viel Material mitnehmen, dann nehme ich das Auto. Wenn es besonders schön ist, werde ich aus Aarau mit dem Velo nach Baden fahren.»

Als das Gespräch bereits zu Ende ist, überrascht Voser mit einem letzten Satz: «Wissen Sie, der Baustart ist eine für mich richtig emotionale Sache. Ich bin sehr froh, dass es endlich losgeht.»