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Was die Konkurrenz Aufsteiger Dietikon zur neuen Herausforderung rät

Die Zeit des Feierns ist vorbei: Dietikon steht als Aufsteiger vor neuen Hürden.

Die Zeit des Feierns ist vorbei: Dietikon steht als Aufsteiger vor neuen Hürden.

Wettswil-Bonstetten ist 2012 in die 1. Liga aufgestiegen, der FC Thalwil im Jahr darauf. Die Trainer dieser Teams schildern, was den FC Dietikon erwarten wird.

Martin Dosch (45) und Jérôme Oswald (39) sind sich vor allem in einem Punkt einig: In der 1. Liga werden Fehler in der Regel umgehend bestraft. Die Erkenntnis der Trainer von Wettswil-Bonstetten beziehungsweise Thalwil, beide bereits seit 2007 am Ruder, ist nicht neu. Doch in der 1. Liga ist die Luft merklich dünner als nur schon in der 2. Liga interregional. Qualitätsmängel im Kader sind schwer zu beheben, weil das Reservoir an herausragenden und vor allem bezahlbaren Spielern für die meisten Vereine sehr klein ist. Wer die Abstimmung in seiner Mannschaft nicht rechtzeitig findet, wird sich mit Abstiegssorgen herumplagen. Das kann – je nach Gruppe und Konstellation – durchaus acht Teams betreffen, wie die letzten Spielzeiten zeigten. «Jedes Wochenende steht auf Messers Schneide», benennt Oswald den Nervenkitzel. Sein Team fing im dramatischen Aufstiegsrennen der Saison 2012/13 in der 2. Liga interregional den FC Dietikon noch ab, nachdem es bereit abgeschlagen gewähnt war.

Keine sattelfesten Defensiven

Die Seebuben haben ihre erste 1.-Liga-Saison dank einer starken Rückrunde mit sieben Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz beendet. Oswald, der einst in dieser Spielklasse fast 200 Matches für Red Star bestritt, hat dabei festgestellt: «Viele Defensivreihen waren nicht sattelfest, die Vereine legten bei den Transfers mehr Wert auf die Offensive.» Augenfällig sei hingegen die allgemein gute Physis. «Meine jüngeren Spieler merkten bald, dass der körperliche Unterschied riesig ist», führt der selbstständige Vermögensverwalter aus.

Kultiviertheit versus Poker

Wettswil-Bonstetten musste nach der bemerkenswerten Aufstiegssaison 2012/13 (Rang 3) in der darauffolgenden Vorrunde oft unten durch, fing sich aber in der zweiten Saisonhälfte und schaffte den Klassenverbleib schliesslich deutlich. Martin Dosch sieht die von seinem Amtskollegen Oswald genannten Punkte ähnlich. In einem Bereich aber hat er ganz andere Erfahrungen gemacht: dem Gebaren bei Vertragsverhandlungen. Während Oswald von «Kultiviertheit» im Gegensatz zu unteren Ligen spricht, streicht Dosch das «Pokerface» der Akteure heraus. «Verhandlungen sind oft nicht sehr angenehm», sagt der Schreiner seufzend. Er verlor einige Leistungsträger, weil der Verein im Bieterstreit mit potenteren Vereinen unterlag. Dazu kommt, dass manche Klubs auch eine sportlich attraktivere Perspektive bieten können. Aktuell musste Dosch beispielsweise Torhüter Alessandro Merlo und Verteidigertalent Esat Balaj nach Cham ziehen lassen.

Zuger gehören zu den Favoriten

Die Zentralschweizer und ihr Kantonsrivale Zug 94 werden zu den Aufstiegsfavoriten gezählt. Im Gegensatz zu den letzten Jahren sind diese Teams aber nicht mehr in der Gruppe 3 – ein Umstand, über den Jérôme Oswald und Martin Dosch erfreut sind. Infolge der Neueinteilung der Gruppen spielen gleich drei Aufsteiger in der neuen «Zürcher Gruppe», einer davon ist der FC Dietikon. Oswald und Dosch sind sich einig, dass die Limmattaler die Klasse halten werden.

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