1.-Liga-Fussball

Unschöne Szenen nach souveränem Dietiker Sieg

Dank Treffern von Haziri (20.) und Maroufi (77.) sowie einem Eigentor von Miodragovic (70.) holt der Aufsteiger in einem veritablen Abnützungskampf den sechsten Sieg der Saison. Zu Reden gaben vor allem Tumulte unmittelbar nach Spielschluss.

Die Partie war längst abgepfiffen, die meisten Akteure bereits in der Kabine verschwunden. Einige Hitzköpfe allerdings konnten vom Pöbeln auch nach Spielende nicht genug bekommen. Der unrühmliche Höhepunkt des traurigen Schauspiels: Mendrisio-Trainer Ardemagni spuckte seinen Dietiker Amtskollegen Goran Ivelj an! Und: Wenige Meter neben dem Garderobengebäude der Dornau zeigte Schiedsrichter Luca Cibelli Mendrisio-Goalie Cataldo die rote Karte. Schliesslich markierte FCD-Präsident Thomi Roth Präsenz und sah sich das unwürdige Schauspiel aus der Nähe an. «Er hat mich angespuckt. Einem solchen Trainer sollte man die Lizenz entziehen», entfuhr es Ivelj.

Kaum ernsthafte Chancen

Der Dietiker Übungsleiter blieb äusserlich erstaunlich ruhig und ging zu seinen Spielern in die Garderobe. Später dann konnte er sich über die drei Punkte gegen eine Spitzenmannschaft freuen. «Wir haben heute vieles richtig gemacht. Wir haben dem Gegner wenig Raum gelassen und verdient gewonnen. Ein grosses Kompliment an meine Mannschaft.» In der Tat gestanden die Limmattaler dem Kontrahenten aus dem Südtessin kaum eine ernsthafte Chance zu. «Einmal haben wir geschlafen, und schon gabs ein Gegentor», so Ivelj. Besagte Szene spielte sich in der 70. Minute ab, als sich Dietikons Verteidiger mit Vergangenheit in der Challenge League, der ex-Wohler Miljkovic, überlaufen liess. Die scharfe, flache Hereingabe von Mendrisios Vintzer bugsierte FCD-Verteidiger Miodragovic zum 1:1 in die eigenen Maschen.

Bis zu diesem Malheur machten die Dietiker nach dem frühen Führungstreffer (Haziri traf nach 20 Minuten per Foulelfmeter zum 1:0) vieles richtig. Auf dem holprigen Platz liessen sie den Gästen wenig Platz für einen gepflegten Spielaufbau und kauften ihnen mit harten Zweikämpfen den Schneid mit jeder Minute mehr ab. In der 53. Minute übertrieb es Maroufi allerdings. Ohne Chance auf den Ball mähte er seinen Gegenspieler förmlich um und schrammte knapp an einem Platzverweis vorbei. Vorzeitig unter die Dusche hätten nach einer Stunde die beiden Streithähne Caijc (Dietikon) und Kandiah (Mendrisio) gehört. Ref Cibelli zückte nach der Kickbox-Einlage der beiden nur die Schultern und zeigte den Akteuren nicht einmal Gelb.

Zu viel für Tessiner Seele

Und so stiegen beide Mannschaften in Vollbestand in die dramatische Schlussphase. Nach 74 Minuten drosch FCD-Stürmer Dimita die Kugel statt ins leere Tor hoch in den wolkenlosen Abendhimmel. Drei Minuten später kam der grosse Auftritt von FCD-Joker Milos Janicijevic. Erst Sekunden zuvor für Senincanin auf den Platz gekommen, tänzelte der 23-Jährige fünf Gegenspieler leichtfüssig aus und leistete damit die Vorarbeit für Maroufis siegbringenden Treffer zum 2:1. Dieses Tor war eines zu viel für die Tessiner Seele. Die lautstarken Beschimpfungen wurden nun zahlreicher und gipfelten schliesslich in den eingangs erwähnten Beleidigungen.

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