Wer wissen will, wie stark der FC Schlieren nach der Transferoffensive in der Winterpause besetzt ist, studierte gestern das Aufgebot für die Ersatzbank. Mit Giuseppe Sorrentino, Sefket Hani, Souhel Muhi, Roman Hess und Thomas Baumann fanden sich fünf Akteure, die – sofern fit – wohl in fast jeder anderen Mannschaft dieser Spielklasse zur Stammelf gehören würden. Gestern auf dem Juchhof sahen sie zu, wie die Limmattaler sich bemühten und am Ende erfolglos abmühten.

Mit sechs der sieben Neuzugänge in der Startelf versuchte Schlieren, den Ball und damit den Gegner Srbija zu kontrollieren. Das gelang zwar passabel, doch kaum waren die Gäste in Strafraumnähe, war es um die Kontrolle geschehen. Nur einmal in den ersten 45 Minuten lag ein Treffer buchstäblich in der Luft, als Simon Rossis Kopfball in Richtung Tor flog, wo Dragan Dunjic stark reagierte. Der Keeper hatte in der Vorrunde noch das Tor von Erstligist Dietikon gehütet. Srbija setzte immer wieder Nadelstiche in der Offensive und brachte die Abwehr um das neue Innenverteidigerduo Christian Baur und Daniel De Arriba in Verlegenheit.

Schlieremer Fahrlässigkeiten

Aus der Pause kamen die Schlieremer zurück wie die Feuerwehr. In den ersten zehn Minuten hätte allein Diego Mazzoleni die Partie entscheiden können. Doch einmal sah er einen Schuss gegen die Latte klatschen, zweimal scheiterte er allein vor Dunjic.

Auf diese unbelohnte Druckphase folgte der Nackenschlag für den FCS. Altmeister Sladjan Selakovic aus Birmensdorf, der Ende April 44 Jahre alt wird, traf in der 57. Minute nach einem herrlichen Pass in die Tiefe zum 1:0. Um ihn hatten sich im Winter verschiedene Gerüchte gerankt. Einmal stand er bereits als Zuzug in Schwamendingen fest, dann hiess es plötzlich, dass er aus gesundheitlichen Gründen (er fehlte die Vorrunde verletzt) die Karriere beenden müsse. Gestern zeigte er, das er es immer noch drauf hat. Im Anschluss daran übernahmen die Serben das Spieldiktat, während eine Reaktion von Schlieremer Seite ausblieb.