Einen Tag vor dem Schlieremer Gastspiel bei Leader YF Juventus sonnte sich Emanuele Preite auf einer Kreuzfahrt unter mediterranem Himmel. Keine 24 Stunden später sonnte sich der bullige Stürmer des FC Schlieren erneut. Diesmal im süssen Erfolg auf dem Juchhof-Rasen. Zwei Tore und eine sehenswerte Vorarbeit notierte der Statistiker für die Nummer 22. Es war ein ausdruckstarkes Statement, das Preite und die gesamte Mannschaft um Trainer Antonio Caputo gestern Sonntag deponierte. 5:1-Auswärtserfolg. Gegen jene Equipe, die in wenigen Wochen den Aufstieg bejubeln will. Diese Machtdemonstration sei dem starken Mannschaftswillen anzurechnen, meinte Preite. In der Tat, das Gros der Spieler überzeugte. Dass sich Preite aber überhaupt zum Spielgeschehen äussern konnte, war der dünnen Personaldecke Schlierens geschuldet. Ohne eine Trainingseinheit standen er und drei just genesene Akteure in der Startelf. Schlieren-Coach Caputo sah sich gar gezwungen den Personalbestand mit Reservespieler, Nachwuchsdribbler und einem Senioren-Torhüter zu füllen.

Eine fruchtende Koproduktion

Ein Qualitätsverlust war nicht auszumachen. Zwar startete der Liganeuling unglücklich in das intensive Rencontre. Ein abgefälschter Schuss versetzte Tabellenführer YF nach neun Spielminuten in Front. Mit dem zuletzt gewonnenen Selbstvertrauen aus dem Sieg gegen Aufstiegsaspirant Regensdorf reagierte Schlieren aber postwendend. Giuseppe Sorrentino tankte sich mustergültig durch die Abwehr und egalisierte die Partie, in der Schlieren im Anschluss federführend sein sollte. Nach dem Spiel war vor allem festzustellen, dass in der Schlieremer Offensive ein interessantes Konstrukt zusammenwächst. Die Koproduktion Sorrentino/Preite, erstmals in dieser Rückrunde zusammenspielend, war für jeden Torjubel verantwortlich. «Emanuele arbeitet sehr fleissig und beschert mir viele Bälle», würdigt Sorrentino die Bemühungen seines Partners.

Ziel bleibt der Ligaerhalt

So endete ein emotionales Aufeinandertreffen, in dem die Protagonisten vor allem in Halbzeit eins fast schon dekadent oft lamentieren, für beide Parteien aufschlussreich. Diese Performance bestätigt FCS-Coach Caputo nach dem Spiel: «Meine Schützlinge können in dieser Liga jeden Gegner schlagen.» Gleichzeitig verweist der Limmattaler Rasengeneral auf die Zeit, die man als Aufsteiger benötigt. «Das Ziel bleibt der Ligaerhalt. Die Mannschaft und ich werden keineswegs abheben», beteuert Caputo. Nach 30 Jahren in der dritten Liga ist das Kreuzfahrtschiff FC Schlieren in höheren Gefilden auf Kurs. Doch nur 2.-Liga-Touristen sind die Schlieremer nicht. Mit Sicherheit.