Dragan Dunjics Bescheidenheit spürt man schnell. Der 26-Jährige wohnt erst seit vier Jahren in der Schweiz, spricht aber schon ein beachtlich gutes Deutsch. Weil Dunjic von seinem hiesigen Sprachgebrauch aber noch nicht genug überzeugt ist, zieht er seinen Mitspieler Dejan Miljkovic als Dolmetscher zur Hilfe.

Auch auf seine aktuelle Situation beim FC Dietikon angesprochen, äussert sich der Serbe zurückhaltend: «Ich habe einen Vertrag bis zur Winterpause. Was passiert, wenn Joao Ngongo (Dietikons bisheriger Stammtorhüter, d. Red.) wieder fit ist, werden wir noch sehen.» Ansprüche stellt der Tiefbau-Maschinist keine, lieber will er «für die restlichen fünf Spiele gute Leistungen bringen und dem Team helfen.»

Mit der Frau besprochen

Eigentlich hatte Dunjic sowieso vor, fussballerisch etwas zurück zu stecken und seiner Familie mehr Zeit widmen. Deshalb wechselte der Schlussmann im Sommer 2011 vom ambitionierten United Zürich zu 2.-Ligist Srbija - und wollte auf diese Saison hin noch eine Spielklasse tiefer zum FC Morava. «Als Goran Ivelj (FCD-Trainer, d. Red.) mich angefragt hat, ob ich bis im Winter aushelfen will, hat mir Morava keine Steine in den Weg gelegt», sagt der Wahl-Zuger und ergänzt: «Ich musste das Ganze vorher aber noch mit meiner Frau besprechen.»

Zum Siegen zurückkehren

Trotz der guten Integration läuft es dem FCD-Neuzugang und seinen Kollegen in der Meisterschaft nicht wunschgemäss. Mit drei Niederlagen in Serie - alle mit vier Gegentoren - steht der Aufsteiger zwar auf dem 11. Rang und somit über dem Strich, jedoch punktgleich mit drei weiteren Teams - inklusive dem Tabellenletzten Taverne. Dazu haben die Limmattaler aufgrund der 19 Gegentore die zweitschwächste Abwehr der Gruppe. «Mit Ivica Cokolic und Marco Varga fehlen zwei wichtige Abwehrspieler. Deshalb musste bisher immer ein anderer in die Bresche springen - was die Situation für uns sicher nicht erleichtert hat», begründet Dunjic den dürftigen Saisonstart.

Punkte sammeln ist das Ziel

Gegen einen talentierten, aber noch unerfahrenen Nachwuchs des FC Winterthur wollen die Dietiker zum Siegen zurückkehren. Dafür soll der FCD so spielen «wie die ersten 80 Minuten in Baden, oder die zweite Halbzeit gegen Gossau».

Ein Erfolgserlebnis würde auch Dragan Dunjic persönlich ziemlich gut tun. Denn bevor der angehende Familienvater seine Frau wieder zuoberst auf die Prioritätenliste platziert und sich höchstens noch als Torwarttrainer auf dem Fussballplatz austobt, hat der 26-Jährige noch etwas vor: «Mit sieben Punkten will ich sicher nicht aufhören.»