Antonio Caputo war nach Spielschluss ganz schön bedient. «Das ist furchtbar. Es tut mir für ihn leid», sagte er nur immer wieder. Die Gedanken des Schlieremer Trainers waren in diesen Sekunden bei Pechvogel Diego Mazzoleni. Dieser lag in der 93. Minute nach einem Rencontre mit einem Gegner plötzlich am Boden. Mazzolenis Körpersprache verhiess nichts Gutes. «Wir müssen befürchten, dass sein linkes Knie schwer beschädigt ist», so Caputo. Eventuell zog sich Mazzoleni gar einen Kreuzbandriss zu. «Sie bringen ihn ins Spital. Wir können nur warten und hoffen.» Caputo kann mitfühlen, er selbst hatte dreimal in seiner Karriere als Aktiver einen Kreuzbandriss zu beklagen. «Es ist eine harte Zeit. Die Bestätigung der Verletzung, die langwierige Genesung, das Zurückkämpfen ins Team.»

Mässige Freude über Nummer 5

Caputo mochte sich erst gar nicht über den erneuten Vollerfolg, den fünften in Serie, freuen. «Mein Sonntag ist verdorben», sagte er nur. Nach ein, zwei Minuten kehrte dann doch ein Hauch von Zufriedenheit in den Gesichtsausdruck des Erfolgstrainers zurück. «Zum Spiel sage ich nur soviel: mein Team hat einmal mehr ein Kompliment verdient. Wir hatten einen schwierigen Start. Nach dem Gegentor kam die erwartete Reaktion. Und schliesslich hätten wir gar noch höher als 4:1 gewinnen können.»

In der Tat mühten sich die Limmattaler in den ersten 20 Minuten mehr schlecht als recht mit den gut organisierten Horgnern ab. Das Gegentor nach 12 Minuten liess nichts Gutes für den weiteren Verlauf der Partie befürchten. Die gesamte FCS-Defensive schaute zu, wie Horgens Fivian seelenruhig das Leder am machtlosen Keeper Würsten vorbei via Pfosten zum 0:1 einschieben konnte. Waren die Schlieremer nach den jüngsten Erfolgen etwa gesättigt und überheblich geworden?

Denkste! Die Ängste der erneut erstaunlich wenigen Zuschauer auf dem Zelgli waren unberechtigt. Angetrieben vom quirrligen und fleissigen Giuseppe Sorrentino kam die Antwort des FCS auf den Gegentreffer in Form von intelligent vorgetragenen Gegenstössen. Das 1:1 zur Pause (Studer traf nach 37 Minuten auf Pass von Sorrentino) war vor allem für die Horgner schmeichelhaft. Nach dem Seitenwechsel münzten die Limmattaler ihre Überlegenheit dann auch in Tore um. Sorrentino (59.), Preite (69.) und Joker Baumann (90.) trafen für die Gastgeber zum Schlussresultat von 4:1.

Neuer Trainer diese Woche?

Das dominierende Thema bei den Schlieremer Fussballern ist neben dem anhaltenden sportlichen Erfolg der 1. Mannschaft die Frage, wer in der kommenden Saison Trainer sein wird. «Wir werden diese Woche die entscheidenden Gespräche mit den aussichtsreichsten Kandidaten führen», lässt FCS-Präsident Mauro Fulginei wissen. Eventuell könne man den neuen Mann schon vor dem Spiel vom kommenden Samstag in Höngg präsentieren.