Als Tahiraj im letzten Meisterschaftsspiel gegen Chiasso endlich eine Einsatzmöglichkeit bekam, unterlief ihm ein Patzer der gröberen Sorte. «Nach einem Rückpass von Mario Bühler wollte ich den Ball aus der Gefahrenzone schlagen, traf diesen aber nicht richtig», blickt er zurück.

Nach dem Missgeschick nahm das Unheil seinen Lauf. Mariano Hassell profitierte vom Fehlschuss und schoss das 1:0 für Chiasso. Dabei blieb es.

Die neue Chance?

Tahiraj hat Glück im Unglück. Weil Stammkeeper Joel Kiassumbua gegen Lugano wegen eines Test-Länderspiels mit der Demokratischen Republik Kongo gegen den Irak nicht mit dabei ist, erhält der Ersatztorhüter eine zweite Chance. «Natürlich will ich diesen Fehler wieder gut machen», erklärt Tahiraj. «Aber es geht nicht in erster Linie um mich, sondern um den Erfolg der Mannschaft. Nach drei Niederlagen in drei Heimspielen müssen wir gegen Lugano gewinnen – egal wie!»

Es ehrt Tahiraj, dass er den Erfolg des Teams in den Vordergrund stellt. Trotzdem: Für den Torhüter geht es gegen Lugano nicht nur um Sieg, Unentschieden oder Niederlage, sondern um die Zukunft. Sein Vertrag beim FC Wohlen dauert nur noch bis Ende Saison.

Und was dann? «Wenn ich bleibe, muss ich das totale Vertrauen der Klubverantwortlichen spüren», sagt Tahiraj. «Nach einem ersten Gespräch mit dem Sportlichen Leiter Martin Rueda ist alles offen. Wir setzen uns in den nächsten Tagen erneut zusammen. Dann werde ich mich entscheiden.»

Eine wichtige Rolle

Ob Tahiraj den FC Wohlen nach vier Jahren verlassen wird oder nicht, steht in den Sternen. Momentan stehen die Zeichen eher auf Abschied als auf Treueschwur. Klar ist, dass er seine Profikarriere fortsetzen möchte. «Ich bin im besten Fussballalter und fühle mich topfit», sagt er.

Bei den Freiämtern spielt er trotz des Reservistendaseins eine wichtige Rolle. Tahiraj bildet zusammen mit Captain Alban Pnishi, Alain Schultz, Kevin Pezzoni und Roman Buess den Spielerrat. «Diesen Stellenwert habe ich mir hart erarbeitet und erkämpft», fügt der fussball-besessene Torhüter hinzu.

Tahiraj macht kein Hehl daraus, dass ihm der FC Wohlen ans Herz gewachsen ist. Trotzdem wäre es keine Überraschung, wenn er auf die Saison 2015/16 eine neue Herausforderung annehmen würde. Der Grund liegt auf der Hand: Tahiraj will nicht länger zweite Wahl sein.