Challenge League

Wohlen-Präsident Tschachtli: «Das ist schlicht nicht finanzierbar»

Alle zehn Klubs der Super League erhielten die neue Lizenz. Von den Aufstiegskandidaten bekam sie nur Lugano. Verweigert wurde sie Servette und Wohlen.

Will der FC Aarau in der Super League bleiben, muss er den Klassenerhalt aus eigener Kraft auf dem Rasen schaffen. Eine Herkulesaufgabe angesichts von sieben Punkten Rückstand auf den an neunter Stelle klassierten FC Vaduz, zumal nur noch sieben Runden auszutragen sind. Die Hoffnung, die Aarauer könnten wie vor 13 Jahren die Ligazugehörigkeit dank einem Entscheid am grünen Tisch wahren, ist seit Montag gestorben.

Thun erhält Lizenz

Etwas überraschend erhielt der in finanziellen Schwierigkeiten steckende FC Thun die Super-League-Lizenz in erster Instanz. «Nach dem bestehenden Reglement war die Plausibilität gegeben», sagt Bernhard Welten, Präsident der Lizenzkommission der Swiss Football League. «Unter grossem Stress konnten wir eine Lösung für unsere Probleme finden», sagt Markus Lüthi, der Präsident des FC Thun. «Dies, obwohl wir von Seite des Stadionvermieters keinerlei Unterstützung erhalten haben.» Dennoch müsse nun zwingend einige Einigung über die Höhe der Stadionmiete erfolgen.$

Seriös gearbeitet

Da gleich alle zehn Klubs der höchsten Spielklasse die Lizenz erstinstanzlich bekamen, drängt sich die Frage auf, ob die Liga die Schraube wieder etwas gelockert habe. «Nein», sagt Welten, «ich muss den Vereinen ein Kränzchen winden. Sie haben seriös gearbeitet. Ihre Dossiers werden immer besser. Nach den Fällen «Servette» und «Xamax» hatten wir die Schraube angezogen. Dabei bleibt es, wir sind weiterhin sehr streng mit den Klubs.»

Tschachtli: «Schlicht nicht finanzierbar»

Auch der FC Wohlen bekam dies zu spüren und erhielt nur die Lizenz für die Challenge League. «Wir verzichten auf einen Rekurs», sagt Präsident Lucien Tschachtli. Die Aufrüstung des Stadions Niedermatten auf Super-League-Niveau wäre zu kostspielig. «Das ist schlicht nicht finanzierbar.» Sieben Runden vor Saisonschluss liegt der FC Wohlen in der Challenge League vier Punkte hinter dem FC Lugano und drei Zähler hinter Servette auf Rang 3. Tschachtli hofft darauf, dass die Mannschaft in den nächsten Wochen eine Trotzreaktion zeigt, um zu beweisen, dass der Klub zumindest sportlich das Zeug hätte, in der höchsten Spielklasse mitzuspielen.

Servette ohne Chance

Sollte Servette den Aufstieg schaffen, aber auch in zweiter Instanz keine Lizenz für die Super League erhalten, würde der FC Lugano aufsteigen. Während dieser die Lizenz für die höchste Spielklasse zugesprochen erhielt, hat Servette noch nicht einmal eine solche für die Challenge League erhalten. Die finanziell klammen Genfer haben grosse Mühe, diese Saison überhaupt über die Runden zu bringen und allen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Gemäss Informationen welscher Medien fehlen zwischen vier und fünf Millionen Franken. Die Genfer haben indes bereits mitgeteilt, dass sie innerhalb von fünf Tagen Rekurs einreichen werden. Neben Servette erhielten auch der FC Le Mont und Chiasso noch keine Lizenz für die Challenge League.

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