In der Nachspielzeit hatte Alain Schultz den zehnten Treffer des Abends auf dem Fuss. Doch Wohlens Regisseur setzte den Ball bei seinem Freistoss neben den Kasten der Lausanner. So jubelten die Waadtländer schliesslich nach einem verrückten Spiel mit einem irren Verlauf über einen 5:4-Auswärtssieg. Minuten später fasste Ciriaco Sforza im Garderobengang des Stadions Niedermatten die vorangegangenen 95 Minuten zusammen: «Wir schiessen vier Tore, das ist grossartig. Aber fünf Gegentreffer – das darf einfach nicht passieren. Viermal haben wir den Gegner zum Toreschiessen eingeladen.» Der Wohler Coach wirkte äusserlich emotionslos und stellte in Abrede, dass sein Team die Saison schon vor den letzten vier Partien abgehakt hat. «Wir wollen diese sensationelle Saison mit Vollgas zu Ende spielen.» Ob dies alle seine Akteure so sehen? Nach der gestrigen Leistung darf man daran zumindest leise Zweifel hegen.

Waadtländer Traumstart

Die Gäste aus dem Waadtland gingen mit dem ersten Angriff der Partie in Führung. Jordi Delclos nahm die von Sforza angesprochene «offensichtliche Einladung zum Toreschiessen» an und düpierte Keeper Kiassumbua nach 82 Sekunden. Die Gastgeber versuchten zu reagieren, ein Kopfball von Rapp über die Latte (6. Minute) blieb die einzige einigermassen gefährliche Szene. Die Gastgeber bemühten sich, den gerade mal 870 Fans einen Grund zu liefern, auch die restlichen beiden Heimspiele der Saison zu besuchen. Und plötzlich sah die Welt wieder besser aus. Rapp tankte sich auf der linken Seite durch, passte vors Tor zu Buess. Und der nächstjährige Thun-Stürmer lenkte das Leder nach 37 Minuten zum 1:1 ab. Sekunden später wars auch schon wieder vorbei mit der Herrlichkeit. Nach einer Flanke in den Wohler Strafraum behinderten sich Pnishi und Goalie Kiassumbua gegenseitig – 1:2. Eine skurrile Szene: Pnishi stand kopfschüttelnd im Tor, Kiassumbua griff sich daneben liegend an den Kopf, und Lausannes Dupuis wurde der Treffer gutgeschrieben.

Nach dem Seitenwechsel lief die Freiämter Maschinerie auf Hochtouren. Stadelmann glich zum 2:2 aus (50.), 120 Sekunden später führte eine herrliche Kombination von Schultz über Buess und Rapp zum 3:2. Rapp wurde penaltyreif gelegt, Buess übernahm die Verantwortung und traf. Die Wohler drückten weiter, standen dem 4:2 nahe. Dann jubelten wieder die Gäste. Ausgerechnet der ehemalige Wohler Daniele Romano traf zum 3:3 (63.). Es kam noch schlimmer. Lausanne-Joker Maouche (71.) und Veloso (85.) drehten die Partie vollends. Der Anschlusstreffer von Weber zum Schlussresultat von 4:5 kam zu spät.

Kurztelegramm:

Wohlen - Lausanne-Sport 4:5 (1:2)

870 Zuschauer. - SR Jancevski. - Tore: 2. Delclos 0:1. 37. Buess 1:1. 38. Dupuis 1:2. 50. Stadelmann 2:2. 54. Buess (Foulpenalty) 3:2. 63. Romano 3:3. 71. Maouche 3:4. 85. Veloso (Foulpenalty) 3:5. 88. Weber 4:5.

Liveticker:

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