Ganz zum Schluss wurde es nochmals hektisch: Giuseppe De Filippo und Rexhep Thaqi kommen weit in der Nachspielzeit zu Abschlüssen im Tessiner Strafraum. Beide Einwechselspieler scheitern jedoch und verpassen den „Lucky punch“ für den Leader der Challenge League.

Applaus für eine Nullnummer

Kurz darauf pfeift Schiri San die Partie ab, die 1570 Zuschauer spendieren warmen Applaus. Applaus für ein 0:0, Applaus für einen doppelten Punktverlust gegen den Ranglisten-Siebenten? So kurios es klingen mag, der Beifall ging in Ordnung. Denn die Wohler spielten keine schlechte Partie, sondern trafen auf einen von Weltmeister Gianluca Zambrotta gut eingestellten Gegner mit Torhüter Guatelli in Topform.

„Ich bin durchaus angetan von der Leistung meiner Mannschaft“, bemerkte Wohlen-Trainer Ciriaco Sforza. „Dieser Auftritt ist ein weiterer Schritt nach vorne.“ Auch Antipode Zambrotta war happy: „Ein Punkt gegen den Tabellenführer ist immer erfreulich.“

Die Südtessiner waren ein harter Widersacher und machten dem FC Wohlen das Leben während 90 Minuten sehr schwer. Das Resultat: In der ersten halben Stunde verzeichnete der Leader keinen einzigen Torschuss. Chiasso war zunächst gefährlicher und hatte vor allem in der Person des wirbligen Hassell gute Abschlüsse, Joel Kiassumbua hielt seinen Kasten mit guten Paraden jedoch rein.

Rapp als Chancentod

Nach und nach kam Wohlen stärker auf, Rapp scheiterte mit zwei Schüssen vor der Pause, Pezzoni hatte bei seinem platzierten Kopfball gleich nach dem Wechsel viel Pech: Ex-FCZ-Keeper Guatelli entschärfte den Ball spektakulär. Nach gut einer Stunde hätte Wohlen die Führung erzielen müssen, doch Simone Rapp konnte den Ball alleinstehend aus sieben Metern nicht im Tor unterbringen. Chiasso brachte das Remis schliesslich über die Zeit.

„Natürlich ist das 0:0 auch etwas enttäuschend“, meinte Wohlens „Hauptsünder“ Simone Rapp. „Nun haben wir durch die Länderspielpause zwei Wochen Zeit, um unsere Defizite zu analysieren und danach wieder voll anzugreifen.“

Sforza gratulierte seinen Mannen zum 17. Punkt in der noch jungen Meisterschaft: „Wir sind das einzige Team im Schweizer Profifussball, das noch unbesiegt ist“, sagte Sforza nicht ohne Stolz. „Das hat nichts mit Glück zu tun, sondern ist das Ergebnis beinharter Arbeit. Wir haben eine reife, freche Mannschaft, die Freude bereitet.“


Simon Grether zum FC Wohlen
Der FC Wohlen holt einen weiteren ehemaligen Spieler des FC Basel: Mit Simon Grether wechselt ein 22-jähriger Offensivspieler auf die Niedermatten. Grether hatte schon mehrere Einsätze in den Schweizer Nachwuchs-Nationalmannschaften und war zuletzt an den FC Winterthur ausgeliehen. „Ich bin zuversichtlich, dass uns Grether mit seinen Offensiv-Qualitäten weiter nach vorne bringen wird“, sagt Ciriaco Sforza zum jüngsten Transfer.

Wohlen-Chiasso 0:0
Niedermatten. - 1570 Zuschauer. – SR San (5).

Bemerkungen: Wohlen ohne Grether (noch nicht spielberechtigt), Buess, Minkwitz (verletzt). Chiasso ohne Foti (verletzt), Muharemi (krank). - Verwarnungen: 15. Pnishi (Foul), 37. Quaresima (Reklamieren), 58. Giampà (Foul), 67. Diarra (Handspiel), 82. Milicaj (Foul).

Coverit Liveticker FC Wohlen - FC Chiasso 31.8.14