Lucien Tschachtli sitzt auf der Tribüne in Wil und schaut sich seinen FC Wohlen beim 2:0-Sieg an. Der Präsident ist hoch zufrieden. «Das war ganz schön souverän», blickt Tschachtli zurück. «Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass wir dieses Spiel verlieren werden. Die Leistung der Mannschaft war grossartig. Es gab keinen Schwachpunkt.»

Und was ist Tschachtli im Teleclub-Fernsehspiel am vergangenen Montag noch aufgefallen? «Mich hat vor allem das Kollektiv beeindruckt», fügt er hinzu. «Zudem freut mich der Umstand, dass einige Spieler in den vergangenen Monaten grosse Fortschritte gemacht haben.»

Einige Beispiele? «Samir Ramizi war früher oft ein Selbstdarsteller», sagt Tschachtli. «Heute ist er ein Leader und stellt sein Können voll und ganz in den Dienst des Teams. Dylan Stadelmann wurde noch vor kurzer Zeit als reiner Kämpfer abgestempelt. Heute glänzt der Aussenverteidiger mit spielerischen Qualitäten und ist der Publikumsliebling.»

Topleistung auf dem Platz

Auf dem Spielfeld setzt der FC Wohlen ein Glanzlicht nach dem andern. Ob die kleinen Ballkünstler ihren Höhenflug im Heimspiel gegen Schaffhausen fortsetzen können, hängt vom Wetter ab (siehe Box). Tschachtli selbst unternimmt alles, um dem Team die bestmöglichen Voraussetzungen für Topleistungen zu bieten.

Der 67-Jährige bezeichnet seine präsidiale Tätigkeit als Knochenarbeit. Das Tagesgeschäft nimmt ihn voll in Anspruch. Während Sitzungen mit Mäzenen, Sponsoren und Gönnern kommt er sich vor wie ein Geldeintreiber.

Allen Unkenrufen zum Trotz soll das Budget für die erste Mannschaft die Schmerzgrenze von 2,35 Millionen Franken noch nicht überschritten haben. Aber Ende Saison werden die Punkteprämien das Budget mit Sicherheit sprengen: Hält der Höhenflug an, dürften die «geplanten» 58 Zähler weit überschritten werden. Nach 19 Spielen hat das Team bereits 40 Punkte auf dem Konto.

Der hohe Preis des Erfolgs

Tschachtli musste längst zur Kenntnis nehmen, dass der Erfolg des Klubs einen hohen Preis hat. Momentan arbeitet er an den Lizenzen für die höchste und zweithöchste Spielklasse, die bis zum 3. März eingereicht werden müssen. «Wir planen zum jetzigen Zeitpunkt zweigleisig», sagt er.

«Sportlich wollen wir den Aufstieg schaffen. Ob die Liga uns die Lizenz für die Super League erteilt, steht allerdings auf einem andern Blatt. Eines steht fest: Ein Umzug in ein anderes Stadion kommt für den FC Wohlen nicht infrage.»