Der FC Biel als Angstgegner des FC Wohlen: Erinnern Sie sich? In der Zeit vom 12. Mai 2013 bis 12. April 2014 verlor der Freiämter Challenge Ligist gegen die Seeländer fünfmal in Folge. Und das mit einem Torverhältnis von 5:22. Gestern Abend ging der elfmonatige Albtraum im alt-ehrwürdigen Stadion Gurzelen vor 624 Zuschauern zu Ende. Am Schluss schaute nach einer 2:0-Führung zur Pause zwar nur ein 2:2 heraus, aber die Mannschaft von Trainer Ciriaco Sforza totalisiert nach fünf Spielen 13 Punkte, ist immer noch ungeschlagen und führt die Tabelle der zweithöchsten Spielklasse auf souveräne Art und Weise an.

Optimaler Beginn

Für den FC Wohlen begann das Spiel optimal: Erst lenkte Simone Rapp einen Freistoss von Samir Ramizi im Fünfmeterraum gekonnt ins Tor ab, dann bediente Kevin Pezzoni den in die Tiefe startenden Ramizi, der Serbe umkurvte auf elegante Art und Weise Biel-Goalie Mirko Salvi und schoss in aller Ruhe zum 2:0 ein. Zu diesem Zeitpunkt waren gerade mal 18 Minuten gespielt. Nach den beiden Erfolgserlebnissen beschränkte sich die Mannschaft auf die Kontrolle der Partie. Und der FC Biel? Es dauerte bis zur 36. Minute, ehe der Heimklub zur ersten grossen Chance kam. Mustafa Sejmenovic traf mit einem Schuss aus 20 Metern die Latte. Der Knaller an die Torumrandung war so etwas wie ein Weckruf für die Mannschaft von Trainer Bidu Zaugg. Zählbares schaute bis zur Pause allerdings nicht heraus.

Biel nach der Pause stärker

In der zweiten Halbzeit legte Biel einen Zacken zu. Zaugg brachte mit Luis Pimenta einen zweiten Stürmer und setzte damit voll und ganz auf die Karte Risiko. Nachdem der frühere Aarauer Labinot Sheholli den Anschlusstreffer mit einem Kopfball nur knapp verpasst hatte, traf Norman Peyretti mit einem Flachschuss aus rund 30 Metern zum 1:2. Wohlens Torhüter Joel Kiassumbua machte keine gute Figur. Dem 22-jährigen Keeper war allerdings die Sicht verdeckt. Und Peyretti doppelte nach: Nach 67 Minuten gelang ihm mit einem Schuss aus ähnlich grosser Distanz gar das 2:2. Nun stand die Partie auf Messers Schneide.

Wohlen schrammt an Niederlage vorbei

Biel hatte mehr Spielanteile, Wohlen kam zu Konterchancen. Ivo Zangger und Thibault Corbaz verpassten den Siegestreffer für die Einheimischen knapp. Mario Bühler hatte für Wohlen in der 93. Minute den Siegestreffer auf dem Fuss - Salvi rettete sein Team mit einer mirakulösen Parade vor der drohenden Niederlage. Schliesslich blieb es beim Unentschieden, welches dem Spielverlauf entsprach. Drei Tage vor dem Spitzenspiel in Winterthur machte der FC Wohlen einen zwiespältigen Eindruck. Nach einer starken Startphase mit viel Power, viel Effizienz und einem frühen Zweitore-Vorsprung wurde Sforzas Team mit Fortdauer der Partie immer passiver, verlor mehr und mehr den Faden und musste schliesslich froh sein, wenigstens einen Zähler mit nach Hause nehmen zu können. So sah es auch Wohlens Aushängeschild Pezzoni. „Wir müssen diesen Punkt positiv sehen“, sagte der Deutsche, „denn wir hätten am Ende sogar noch verlieren können. Wir konnten das Niveau der ersten Halbzeit nicht halten.“

Biel - Wohlen 2:2 (0:2). - 624 Zuschauer. - SR Ovcharov. - Tore: 9. Ramizi 0:1. 18. Ramizi 0:2. 53. Peyretti 1:2. 67. Peyretti 2:2. - Bemerkung: 36. Pfostenschuss von Sejmenovic (Biel).

Rangliste: 1. Wohlen 5/13. 2. Winterthur 5/10. 3. Servette 5/7. 4. Lausanne-Sport 4/6. 5. Wil 5/6. 6. Schaffhausen 4/5. 7. Lugano 4/5. 8. Chiasso 4/4. 9. Le Mont 5/3. 10. Biel 5/2.

Der Liveticker:

Coverit Liveticker FC Biel vs FC Wohlen